Edgar Allan Poes einziger Roman ist ein wildes Seeabenteuer mit den klassischen Elementen des Genres: eine Schiffsreise mit blindem Passagier und Meuterei, tosende Stürme, unentdeckte Inseln. Und Poe wäre kein Meister des Grauens, hätte er nicht einige schaurige Höhepunkte eingestreut.
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Montag, 12.02.2024
Stefan Zweig: Schachnovelle
Stefan Zweigs Figuren teilen seine Lebensneugier, die vor allem Obsessionen gilt. In seiner berühmtesten Novelle treffen gleich zwei Besessene aufeinander: der Schachweltmeister Czentovic, kalt und berechnend wie eine Maschine, und Dr. B., der sich während seiner Inhaftierung durch die Nazis vor dem Wahnsinn rettet, indem er in Gedanken Meisterpartien nachspielt.
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Montag, 11.12.2023
Nachruf auf Verena Zeltner
Wir trauern um Verena Zeltner. Sie verstarb nach einem Krebsleiden am Sonntag, dem 3. April im Alter von 70 Jahren.
Fragt man Freunde und Kollegen nach Verena, so kommen immer wieder die Stichworte: Freundlichkeit und Empathie. Nun werden wir ihr Lächeln, mit dem sie die Stufen zum Veranstaltungssaal der Burg Ranis heraufkam, vermissen. Noch im Februar stand sie mit Heidi Axel im Mittelpunkt einer Ausstellung im Landratsamt Schleiz: „Schreiben aus Leidenschaft. Zweiter Beruf Schriftstellerinnen“. Marius Koity erzählte mir, wie sehr sie sich über diese Würdigung gefreut hat und dass sie voller Pläne war.
Schon früh hatte sie den Traum, ein Buch zu schreiben. Ernsthaft begann sie damit nach ihrem Wirtschaftsingenieurstudium und einer Kehlkopfoperation. Und ganz sicher wurde sie von ihrem Lebensgefährten Jürgen Albert ermutigt, ihre ersten Bücher in dem eigens gegründeten „Thami-Verlag“ herauszugeben. Und so erschienen zwischen 1999 und 2021 über 20 Bücher, dazu noch viele Kurzgeschichten in Zeitungen und Zeitschriften. Ich habe mich immer auf die „obligatorische“ Weihnachtsgeschichte gefreut, die pünktlich in meinem Briefkasten landete.
Überblickt man diese große Zahl ihrer Bücher, so fällt auf, dass sich Verena Zeltner zunehmend den harten Konflikten von Vergangenheit und Gegenwart stellt. So etwa in „Kornblumenkinder“, wo es um die Zwangsumsiedlungen aus grenznahem Raum um 1961 geht, oder wenn sie über Drogenprobleme und Umweltschutz schreibt. Natürlich schimmert da auch immer ein Wesenszug von ihr durch, die Hoffnung, dass sich die Dinge zum Guten wenden können.
So auch in ihrem letzten Buch: „Lass uns Liebe buchstabieren“. Ihr Stil ist „schlicht“ und alltagsnahe im besten Wortsinne. Gegen Ende des Buches heißt es: „Eine Weile sitzen wir so da, ohne ein Wort zu sagen, und beobachten die Sterne. „Keine einzige Sternschnuppe“, sagte ich und seufzte. „Na ja“, sagte Stefanie, „vielleicht können ja manchmal Wünsche auch ohne Sternschnuppen in Erfüllung gehen.“
Martin Straub im Namen des Vorstands des Lese-Zeichen e.V.
Montag, 11.12.2023
Neue Folge "Blaubart & Ginster": Dostojewskis "Der Spieler"
Aleksej ist ein Glücksspieler, den Geld nicht interessiert. Er arbeitet für einen hochverschuldeten General, der nur eine Hoffnung kennt: das Vermögen seiner Großtante zu erben. Doch die Tante ist quicklebendig und entdeckt den Nervenkitzel des Roulettes. Rien ne va plus – nichts geht mehr.
Dem Sog der Romane Dostojewskis kann man sich nicht entziehen. Wie kein anderer Autor lässt er die Leser/innen teilhaben an Leidenschaften, die bis zu vorsätzlicher Selbstzerstörung reichen.
Ralf und Mario sprechen auch über Dostojewskis Scheinhinrichtung sowie die irrwitzige Geschichte der Entstehung des Romans. Und darüber, wer Dostojewski heute für sich beanspruchen will.
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Montag, 11.12.2023
"Ins Innere: Annäherungen an Franz Fühmann". Herausgegeben von Peter Braun und Martin Straub
Nach dem Band "Hilbigs Bilder" haben Peter Braun und Martin Straub im Wallstein Verlag einen neuen Sammelband heraus gegeben, der sich dem Schriftsteller Franz Fühmann widmet.
Franz Fühmann (1922 – 1984) – ein produktives Schriftstellerleben, in dem sich das 20. Jahrhundert bricht, und ein verzweigtes, vielgestaltiges Werk, das sich von keiner Doktrin bändigen ließ.
Aus ganz unterschiedlichen Richtungen nähern sich die Autorinnen und Autoren dieses Buches Franz Fühmann an. Sie berichten von ihren persönlichen Erfahrungen mit ihm und von dem Einfluss, den er auf sie ausgeübt hat, verfolgen seine intellektuelle Biographie, öffnen sein Archiv, lesen seine Bücher, reflektieren über seine Poetik oder fragen nach den Figuren des Zufalls.
Die Beiträge stammen von Helmut Böttiger, Matthias Braun, Peter Braun, Joachim Hamster Damm, Daniela Danz, Barbara Heinze, Anja Kampmann, Frauke Meyer-Gosau, Dietmar Riemann, Martin Straub.
Das Buch kann ab sofort für € 19,90 bei uns bestellt werden.
E-Mail: info(at)lesezeichen-ev.de
Montag, 11.12.2023
Neu auf youtube: Ulrich Zieger auf Burg Ranis
Ulrich Zieger las am 13.04.2015 auf Burg Ranis aus seinem Roman "Durchzug eines Regenbandes". Es war einer der letzten öffentlichen Auftritte des großen Dichters. Ulrich Zieger starb am 23.07.2015 im Alter von nur 53 Jahren.
In dem neuen Video auf unserem youtube-Kanal kann man noch einmal Zieger erleben:
Montag, 11.12.2023
Andreas Berner - der Vorsitzende des Lese-Zeichen e.V. - wurde mit dem Ehrenbrief des Freistaats Thüringen ausgezeichnet
In der Begründung hieß es:
"Als Lehrer am Bad Lobensteiner Gymnasium, als Maler, Zeichner, Grafiker und Fotograf und Produzent von Künstlerbüchern bringt er seine Erfahrungen in die Vereinsarbeit ein. Sie fließen in das breitgefächerte Jahresprogramm des Vereins mit ca. 240 Veranstaltungen ein. Dabei wird die Kunst- und Kulturarbeit zum Bindeglied im ländlichen Raum, speziell im Saale-Orla-Kreis. Burg Ranis, auf der inzwischen die 22. Literaturtage vorbereitet werden, wurde eine wichtige Instanz für den Landkreis. Seine Arbeit unterstreicht immer wieder die Bedeutsamkeit eines lebendigen literarischen und künstlerischen Lebens für die Förderung und Entwicklung einer demokratischen Kultur im Geiste von Toleranz und Friedensfähigkeit. Andreas Berner widmet sich vor allem dem Ausbau der Sommerwerkstatt “Art & Wiese“, die seit über 15 Jahren stattfindet. Ein Höhepunkt der Werkstatt-Arbeit war das EU-Projekt mit jungen Menschen aus Rumänien, Finnland, Österreich, Tschechien und Russland zum Thema „Heimat im Europa der Regionen“, das von der EU-Kommission höchste Anerkennung fand. Andreas Berner leistet nicht nur konzeptionelle Arbeit, er gestaltet die Werbung und Programmhefte, die Reihe „Raniser Debut“ und „Wortwelten Bildwelten“. In diesem Jahr wird es in Jena eine Werkschau zu Paul Celan geben. Andreas Berner ist ein wichtiger Freund und Partner für seine Vereinsmitglieder und auch in schwierigen Situationen ein vertrauensvoller Ansprechpartner. "
Montag, 11.12.2023
Thüringer Literaturtage - digital!
Foto: Ralf Schönfelder
Sie finden die 23. Thüringer Literaturtage unter: www.thueringer-literaturtage.deSeit Jahren findet der Höhepunkt der Thüringer Literaturtage während des zweiten Juniwochenendes auf Burg Ranis statt. Doch die unsichere Situation öffentlicher Veranstaltungen während der Corona-Pandemie hat uns zu einer Planänderung bewogen. Die vom 11.06. bis 14.06. angesetzten Veranstaltungen werden abgesagt. An ihre Stelle tritt jedoch ein multimediales Festival für das Publikum im Internet, bei dem zahlreiche der angekündigten Künstlerinnen und Künstler mitwirken werden.
Entstehen wird eine Sammlung von Videos, Texten, Animationen und Audiomaterial, die während einer Festivalwoche vom 13.07. bis 19.07. auf www.thueringer-literaturtage.de veröffentlicht werden. Die Dreharbeiten für die Videos finden in den kommenden Wochen auf Burg Ranis statt. Unter anderem werden Lutz Seiler, Katrin Schumacher, Hartmut Rosa, Clemens Meyer, Antje Horn und Mehrdad Zaeri beteiligt sein.
Unter dem Titel „Vorübergehend: unverfügbar“ wird sich das Festival mit den Erfahrungen der letzten Monate auseinandersetzen. Funktioniert unser Alltag nur, wenn die Welt uns zu Diensten steht? Kann aus Kontrollverlust und Unverfügbarkeit, neben aller Beschwernis, auch eine Besinnung auf das Wesentliche wachsen?
Montag, 11.12.2023
Neue Folge Blaubart & Ginster: "Der alte Mann und das Meer" von Ernest Hemingway
„Ich bin zu weit hinausgefahren“, wiederholt der alte Fischer Santiago immer wieder. Mario und Ralf lassen alle Klischees links liegen, ohne die heute keine Rezeption Hemingways auszukommen glaubt – Säufer, Macho, Abenteurer – und konzentrieren sich ganz auf die Erzählkunst seines letzten großen Werkes „Der alte Mann und das Meer“. Es geht auch um Motive wie Grenzüberschreitung, Natur und Animismus und sogar das Hohelied der Liebe.
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Montag, 11.12.2023
Neue Folge Blaubart & Ginster: "Das Fräulein von Scuderi"
Die erste Kriminalgeschichte der deutschen Literatur handelt von einem Serienmörder in Paris. Darin verwischt E.T.A. Hoffmann die Grenzen zwischen den Monstern der Phantastik und dem Monströsen der menschlichen Psyche: Denn ein böser Stern flüstert dem Mörder die Verbrechen ein. Schon Sigmund Freud war von Hoffmanns Kenntnis des Unbewussten beeindruckt. Mario und Ralf sind es ebenfalls.
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