Lese-Zeichen e.V.



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Donnerstag | 30.06.2022 | 19:00 Uhr
Thüringer Literaturtage
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Thüringer Literaturtage

Neuigkeiten


Karten für die Thüringer Literaturtage


Anna Thalbach, Christian Brückner, Luci van Org, Marica Bodrožić, Volker Braun, Poetry Slam & vieles mehr! Sie erhalten Karten für die Thüringer Literaturtage unter diesem Link!


Donnerstag , 02.06.2022


Neue Folge Blaubart & Ginster: "Das Fräulein von Scuderi"


Die erste Kriminalgeschichte der deutschen Literatur handelt von einem Serienmörder in Paris. Darin verwischt E.T.A. Hoffmann die Grenzen zwischen den Monstern der Phantastik und dem Monströsen der menschlichen Psyche: Denn ein böser Stern flüstert dem Mörder die Verbrechen ein. Schon Sigmund Freud war von Hoffmanns Kenntnis des Unbewussten beeindruckt. Mario und Ralf sind es ebenfalls.

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Donnerstag , 12.05.2022


Neue Folge Blaubart & Ginster: "Der alte Mann und das Meer" von Ernest hemingway


„Ich bin zu weit hinausgefahren“, wiederholt der alte Fischer Santiago immer wieder. Mario und Ralf lassen alle Klischees links liegen, ohne die heute keine Rezeption Hemingways auszukommen glaubt – Säufer, Macho, Abenteurer – und konzentrieren sich ganz auf die Erzählkunst seines letzten großen Werkes „Der alte Mann und das Meer“. Es geht auch um Motive wie Grenzüberschreitung, Natur und Animismus und sogar das Hohelied der Liebe.

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Dienstag , 26.04.2022


Nachruf auf Verena Zeltner


Wir trauern um Verena Zeltner. Sie verstarb nach einem Krebsleiden am Sonntag, dem 3. April im Alter von 70 Jahren.

Fragt man Freunde und Kollegen nach Verena, so kommen immer wieder die Stichworte: Freundlichkeit und Empathie. Nun werden wir ihr Lächeln, mit dem sie die Stufen zum Veranstaltungssaal der Burg Ranis heraufkam, vermissen. Noch im Februar stand sie mit Heidi Axel im Mittelpunkt einer Ausstellung im Landratsamt Schleiz: „Schreiben aus Leidenschaft. Zweiter Beruf Schriftstellerinnen“. Marius Koity erzählte mir, wie sehr sie sich über diese Würdigung gefreut hat und dass sie voller Pläne war.

Schon früh hatte sie den Traum, ein Buch zu schreiben. Ernsthaft begann sie damit nach ihrem Wirtschaftsingenieurstudium und einer Kehlkopfoperation. Und ganz sicher wurde sie von ihrem Lebensgefährten Jürgen Albert ermutigt, ihre ersten Bücher in dem eigens gegründeten „Thami-Verlag“ herauszugeben. Und so erschienen zwischen 1999 und 2021 über 20 Bücher, dazu noch viele Kurzgeschichten in Zeitungen und Zeitschriften. Ich habe mich immer auf die „obligatorische“ Weihnachtsgeschichte gefreut, die pünktlich in meinem Briefkasten landete.

Überblickt man diese große Zahl ihrer Bücher, so fällt auf, dass sich Verena Zeltner zunehmend den harten Konflikten von Vergangenheit und Gegenwart stellt. So etwa in „Kornblumenkinder“, wo es um die Zwangsumsiedlungen aus grenznahem Raum um 1961 geht, oder wenn sie über Drogenprobleme und Umweltschutz schreibt. Natürlich schimmert da auch immer ein Wesenszug von ihr durch, die Hoffnung, dass sich die Dinge zum Guten wenden können.
So auch in ihrem letzten Buch: „Lass uns Liebe buchstabieren“. Ihr Stil ist „schlicht“ und alltagsnahe im besten Wortsinne. Gegen Ende des Buches heißt es: „Eine Weile sitzen wir so da, ohne ein Wort zu sagen, und beobachten die Sterne. „Keine einzige Sternschnuppe“, sagte ich und seufzte. „Na ja“, sagte Stefanie, „vielleicht können ja manchmal Wünsche auch ohne Sternschnuppen in Erfüllung gehen.“

Martin Straub im Namen des Vorstands des Lese-Zeichen e.V.


Dienstag , 05.04.2022


AUSSCHREIBUNG: Prosa-Workshop mit Marica Bodrožić



Foto: Peter von Felbert


Im Rahmen der zehnten RANISER WORTWELTEN bietet die Schriftstellerin Marica Bodrožic unter dem Thema „Hybride Prosa - Sehen heißt Ändern“ eine Schreibwerkstatt an. Interessierte AutorInnen erhalten die Möglichkeit, mit Marica Bodrožić an ihren Texten zu arbeiten. Dafür stehen fünf Plätze zur Verfügung. Über die Vergabe der Plätze entscheidet eine fachkundige Jury.

Wer sich bewerben möchte, kann bis 30. April 2022 Arbeitsproben (maximal 5 Seiten), sowie einen kurzen bio- und bibliographischen Abriss (bitte 1 Seite) per E-Mail an das Thüringer Büro für Literatur und Kunst Lese-Zeichen e.V. schicken: ranis@lesezeichen-ev.de (Ansprechpartnerin: Romina Nikolić).

Der Workshop findet auf Burg Ranis statt am Freitag, den 10. Juni 2022 von 10:00 bis 16:00 Uhr.

Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Kosten für die Übernachtung müssen bitte selbst getragen werden. Bei der Suche nach einer Unterkunft sind wir gern behilflich.


Montag , 21.03.2022


Neue Folge "Blaubart & Ginster": Dostojewskis "Der Spieler"


Aleksej ist ein Glücksspieler, den Geld nicht interessiert. Er arbeitet für einen hochverschuldeten General, der nur eine Hoffnung kennt: das Vermögen seiner Großtante zu erben. Doch die Tante ist quicklebendig und entdeckt den Nervenkitzel des Roulettes. Rien ne va plus – nichts geht mehr.

Dem Sog der Romane Dostojewskis kann man sich nicht entziehen. Wie kein anderer Autor lässt er die Leser/innen teilhaben an Leidenschaften, die bis zu vorsätzlicher Selbstzerstörung reichen.
Ralf und Mario sprechen auch über Dostojewskis Scheinhinrichtung sowie die irrwitzige Geschichte der Entstehung des Romans. Und darüber, wer Dostojewski heute für sich beanspruchen will.

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Dienstag , 15.02.2022


Dritte Folge Long Story Short: "Medea" von Euripides


Unsere neue YouTube-Serie "Long Story Short" stellt Werke der Literaturgeschichte in Videos vor!

Folge 3: Bis heute gehört „Medea“ zu den meistaufgeführten Dramen der Weltliteratur. Dabei ist das Theaterstück um die Zauberin, die ihre eigenen Kinder ermordet, alles andere als gefällig. „Medea“ handelt vom verzweifelten Lebenskampf einer Frau in einer von Männern dominierten und geregelten Welt.

Text: Luci van Org
Film: Nanne Springer



Donnerstag , 27.01.2022


Thomas Brasch: Vor den Vätern sterben die Söhne


Junge Rebellen, freie Liebe und Arbeitercharme à la Manfred Krug. Mit "Vor den Vätern sterben die Söhne" legte Thomas Brasch den Grundstein für seinen Erfolg als Autor und Filmemacher. Mario und Ralf sprechen über den Generationenkonflikt im Zentrum des Buches. Und darüber, wie aus der Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der DDR starke Literatur entstand.

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Mittwoch , 19.01.2022


Ganna Gnedkova ist die neue Stipendiatin des „Raniser Debüts“


Foto: Georgii Kravchenko

Das Thüringer Büro für Literatur und Kunst „Lese-Zeichen“ hat zum achten Mal das Literaturstipendium „Raniser Debüt“ vergeben. Aus rund 100 Einsendungen wählte die Jury die Autorin Ganna Gnedkova aus.

Das „Raniser Debüt“ unterstützt Autorinnen und Autoren dabei, die literarische Bühne mit einer eigenen Veröffentlichung zu betreten. Die Stipendiatin Ganna Gnedkova wird ein Jahr lang mit dem Lektor und Verleger Helge Pfannenschmidt an ihrem Manuskript arbeiten, das anschließend publiziert wird.

Während der Stipendienzeit wird Ganna Gnedkova ihren ersten Erzählband entwickeln, der den Arbeitstitel „Das Kind und der Tod“ trägt. Der Band handelt von den ersten Begegnungen mit dem Tod, die das Kind zumeist nicht mit Menschen, sondern mit Tieren macht. Man witzelt oft, Hamster seien dafür da, Kinder mit dem Tod zu konfrontieren. In den Erzählungen von Ganna Gnedkova gibt es keine Hamster. Es gibt aber andere Tiere, mit denen sich die Figuren auseinandersetzten.

Geboren wurde Ganna Gnedkova 1992 in Kyjiw in der Ukraine. Sie wuchs zweisprachig auf. An der Kyjiw-Mohyla Akademie und der Universität Wien studierte sie Komparatistik. Sie ist Wissenschaftlerin, Buchkritikerin, Journalistin, Schullehrerin. Seit 2016 übersetzt sie Belletristik und Sachbücher vom Englischen und Deutschen ins Ukrainische und umgekehrt.

Im Jahr 2020 hat ihr erster eigener Text den Exil-Literaturpreis für Lyrik gewonnen. Außerdem war sie unter den GewinnerInnen des Godesberger Literaturpreises und des goldenen Pod Preises für Kurzprosa. Ganna Gnedkova lebt in Wien und ist mit dem österreichischen Schriftsteller Peter Marius Huemer verheiratet.


Montag , 13.12.2021


Zweite Folge Long Story Short: "Das Buch der Unruhe" von Fernando Pessoa


Unsere neue YouTube-Serie "Long Story Short" stellt Werke der Literaturgeschichte in Animationsvideos vor!

Folge 2: "Das Buch der Unruhe". Pessoa schrieb alle Leben gleichzeitig. Als (vermeintlich) Anderer. Als Álvaro de Campos, Ricardo Reis, Alberto Caeiro, Bernardo Soares ... ein Labyrinth aus Namen, die wahrscheinlich noch nicht alle publiziert sind. Der Film von José Oliver und Johanna Springer folgt Pessoa entlang der Identitäten, der Lebensjahre und durch das legendäre „Buch der Unruhe“.



Dienstag , 23.11.2021


Christine Lavant: Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus


Eine neue Folge Blaubart & Ginster mit Mario Osterland und Ralf Schönfelder: Christine Lavant erzählt vom unseligen Alltag in der Psychiatrie der 1930er Jahre. Die Hierarchie unter den Patientinnen nimmt sie ebenso genau wahr, wie die bedrohliche Verfügungsgewalt der Schwestern. Und dennoch ist sie darum bemüht, ihre Mitmenschen gelten zu lassen: in ihrem Leid, ihrem Mut, ihrer Versehrtheit.



Montag , 22.11.2021


Das Raniser Debüt ist erschienen: "hand, legungen" von Manon Hopf


„Ich stelle etwas / hier / her“. So selbstbewusst beginnt das beeindruckende Debüt von Manon Hopf.
Was hier her- oder hingestellt wird, sind Gedichte, die sich als bewusste Setzungen zu erkennen geben. Sie umkreisen nicht nur spielerisch die Urfragen aller Poesie, sondern lassen uns teilhaben am Akt des Schreibens, an ihrer Entstehung. Alles Handarbeit, so heißt es keck. Diese Poesie, die sich auf der Hände Werk beruft, oszilliert zwischen Sinn und Sinnlichkeit. Was aber passiert, wenn die Hände einmal nicht schreiben? Dann brüten sie vielleicht Gewitter aus, machen Handschaften oder beten heimlich in der Nacht. Auch das ist diesen Gedichten eigen, dass sie bei aller poetischen Binnenreflexion ihren leichten, gewitzten Ton niemals verlieren.

Der Band enthält 62 Gedichte in Schwarzschrift, 14 davon zusätzlich in Braille.

Bestellt werden kann das Buch für € 10,- über ranis@lesezeichen-ev.de, im Buchhandel und bei amazon.


Montag , 08.11.2021


Serienstart "Long Story Short"! Mit H.P. Lovecraft & "Die Farbe aus dem All"


Unsere neue YouTube-Serie "Long Story Short" stellt Werke der Literaturgeschichte in Animationsvideos vor!

Folge 1: "Die Farbe aus dem All". H.P. Lovecraft betrachtete sich selbst als gescheiterten Autor. Er zweifelte daran, dass es ihm gelungen sei, in seinen Geschichten jenes Schwindelgefühl zu vermitteln, das er „kosmisches Grauen“ nannte und dessen Erfahrung seine Sicht auf die Welt und das Leben bestimmte. „Die Farbe aus dem All“ jedoch zählte Lovecraft zu seinen akzeptablen Prosaversuchen. Vielleicht weil er darin ein altes Problem der Horrorliteratur elegant gelöst hatte.

Ein Film von Ramon Springer nach einem Text von Ralf Schönfelder.



Mittwoch , 20.10.2021


Neue Folge "Blaubart & Ginster" zum 80. Geburtstag von Wolfgang Hilbig


„Schattenwerfend: in die Stollen unter Tage Wasserschatten werfend, alte Abwerferei. In den Schächten unter Erden, in Kanälen, Gängen, Katakomben: Wasser voller Sternenlicht.“

Wolfgang Hilbigs Erzählung „Alte Abdeckerei“ ist ein Kunstwerk magischer Sprache. Ihr Protagonist durchstreift eine Landschaft der Schatten. Schatten des Krieges und der im Krieg Verschwundenen. Der Entwurzelung und Identitätssuche. Sein Weg führt ihn zu einer Fabrikruine und an den Rand des Malstroms, in dem Leben und Tod unaufhörlich ineinanderfließen.

Ralf und Mario staunen über diese grandiose Prosa und versuchen ein Gespräch.



Dienstag , 31.08.2021


24. Thüringer Literaturtage: der Trailer ist online!


Für die Literaturtage entsteht in diesem Jahr eine neue Sammlung von Videos mit Gesprächen, Performances und Lesungen, an denen unter anderem Daniela Danz, Verena Keßler, Antje Horn, Thomas Kunst, Jaroslav Rudiš und Christian Rätsch mitwirken. Außerdem einerAnimationsserie für Kinder mit dem Titel "Kiko und das Phantastier", eine Podcast-Folge von “Blaubart & Ginster”, einer interaktiven Instagram-Aktion und einer Live-Performance via Zoom mit Alexandra Kamp und Ronald Spiess.

Los geht es am 12.07.2021 auf www.thueringer-literaturtage.de.
Hier ein Vorgeschmack:



Freitag , 02.07.2021


Nachruf auf Matthias Biskupek


Am 11. April 2021 starb Matthias Biskupek nach langer schwerer, tapfer ertragener Krankheit zu Hause im Kreis seiner Familie. „Tapfer ertragen“ sagt viel aber nicht alles. Er hat gegen den Tod angeschrieben. Sein letzter Eintrag in seinem Online-Tagebuch ist am 3. und 4. März datiert.

Nicht nur die Thüringer Literatur hat Matthias Biskupek viel zu verdanken. Bestechend seine Vielfalt, die sich in einer erstaunlichen Publikationsliste niederschlägt. Er war ein vielschichtiger Erzähler mit einer sensiblen und treffsicheren kurzen Prosa. Er schrieb Romane und veröffentlichte mit Jens Henkel zusammen Künstlerbücher in der burgart-presse. Nicht zu vergessen seine Features und Kabaretttexte und besonders seine Literatur- und Filmkritiken. 30 Jahre war er für den „Eulenspiegel“ tätig. Ich habe ihn immer um diese Knappheit und Treffsicherheit seiner Texte beneidet. Es gibt einen Band, den ich besonders gern habe: „Die geborene Heimat. Spöttische Lobreden“. Es ist der achte in der von Wulf Kirsten herausgegeben „Thüringen-Bibliothek“, 1999 im Hain Verlag erschienen. Man lese „Der verwunschene Berg“ und „General-Jahreszeit. Thüringen ist ein Land für den Winter“. Kirsten nennt es in seinem Nachwort ein „Kabinettstück“. „Auf wenigen Seiten wird hier ein Gleichnis gegeben für erzwungene eingeschränkte Lebensführung. Mit dieser einen Situation wird der ganze Widersinn eingefangen, der uns auflag und in dem wir eingestrickt waren, eingemauert, aus der Welt herausgemauert, um auf das Gedicht „Mauern“ von Konstantin Paustwski anzuspielen.“

Matthias Biskupek schreibt nicht nur hier Erzählungen von einer erstaunlichen atmosphärischen Dichte. Diese Vielseitigkeit und Frische hat ganz sicher auch mit einer Lebenshaltung zu tun. Der in Chemnitz geborene und in Mittweida aufgewachsene Sachse und studierte Diplomingenieur fühlte sich schon als Student zum Schreiben hingezogen und absolvierte die viel besprochenen Poetenseminare in Schwerin. Was ihn wohl bei all seinen Unternehmungen auszeichnete, war eine Neugier auf das Leben mit seinen Ecken, Kanten und Konflikten, ihnen stellte er sich. Matthias war viel unterwegs. Es muss für ihn mit Beginn der Krankheit besonders schlimm gewesen sein, sein Lebensfeld mit mancher lieb gewordenen Gewohnheit immer mehr einschränken zu müssen. Die Aufgabe der Berliner Wohnung hat ihn besonders hart getroffen.

Nein, er hat nicht gejammert. Er war kein Mann von Traurigkeit. Das prägte den Geist seiner Bücher. Und mancher hat ihn nach der Wende missverstanden. Oder wollte ihn missverstehen. Er hat nicht den Staat DDR verteidigt. Wohl aber sein Leben in der DDR. Und das war ein reiches, sicher auch widersprüchliches. Auch die letzten Bücher sprechen davon. Ihnen ist nicht anzumerken, unter welchen krankheitsbedingen Erschwernissen sie entstanden. Jenes über Renate Holland Moritz „Du mit Deiner frechen Schnauze“, zusammen mit Reinhold Andert und „Das literarische Rudolstadt“. Eine bemerkenswerte Literaturgeschichte, gleichsam von unten geschrieben, frei von akademischer Trockenheit, höchst lebendig, ein vergnügliches Leseerlebnis. „Wie’s Läbm so spielt!“ Überhaupt: Matthias und das Mittweeder Sächssch.

Und natürlich sei noch an eines gedacht: An das Thüringer Literaturquintett mit Matthias Biskupek, Hans-Jürgen Döring, Frank Quilitzsch, Landolf Scherzer und mir. Es waren wunderschöne Jahre mit den Lesungen für einen guten Zweck. Die letzten Auftritte im vergangenen Juli in Schmalkalden und zur Feier anlässlich des 70. Geburtstages von Matthias am 24. Oktober in Rudolstadt. All das hätte er nicht ohne die liebevolle Fürsorge seiner Frau Sigrid geschafft. Sie hat ihn aufopferungsvoll in den letzten Wochen, Tagen und Stunden gepflegt. Ich habe bewundert, wie Matthias trotz allem Unbill mit großem Lebensmut dieses Los auf sich genommen hat. Er wird uns fehlen, es schnürt einem die Kehle zusammen. Was machen wir mit dem Q? Jetzt, wo wir nur noch zu Dritt sind. Wir bleiben beim Q. Ganz im Sinne von Matthias Biskupek und Hans-Jürgen Döring. Es gibt noch genug zu tun.

Martin Straub im Namen des Vorstands des Lese-Zeichen e.V.


Montag , 12.04.2021


Sagenhaftes Wisentaland


Foto: Coco Ruch

Die Sagen aus dem Land rund um die Wisenta erzählen von Rittern, Zwergen, Nixen, Gespenstern, von Schätzen und vom Teufel höchstpersönlich; aber auch von der Besiedlungsgeschichte der Region. Thüringer Autorinnen und Autoren entwickelten aus den Sagenstoffen des Wisentalandes kurze Hörspiele, die der Klangkünstler Kay Kalytta produzierte, u.a. mit Axel Thielmann als Sprecher. Dabei wurden Field-Recording-Sounds der Sagenorte als Klangkulisse verwendet. Auf wisentaland.de kann man den Hörspielen nun auf einem digitalen Wanderweg folgen. Und mit guten Kopfhörern wird diese Wanderung ein räumliches Klangerlebnis.

Das Projekt ist hier im Internet zu finden: www.wisentaland.de


Dienstag , 26.01.2021


Soeben erschienen: "Zwischenhalt Erde" von Martin Knuth


Hat jemand gesagt, es gäbe in unserem Alltag keine Geheimnisse mehr? Dann sei ihm Martin Knuths Debüt »Zwischenhalt Erde« ans Herz gelegt. Denn die Magie dieser neun Erzählungen speist sich aus dem, was nicht erzählt wird. Im Tanz um eine leere Mitte kippen sie umstandslos von Vergnügen in Verstörung – und ziehen uns so den sicher geglaubten Boden unter den Füßen weg. Fährt der verlorengegangene Waldspaziergänger aus »Südlich der Katalaunischen Felder« auf der Rampe eines Pick-ups seiner Rettung oder seinem Ende entgegen? Welche Rituale werden im Hinterzimmer eines ganz normalen Supermarktes mit frischen Kaninchen zelebriert? Und was für ein Spiel treibt »Herr Rendler« mit Fernglas, Notizbuch und einem »Zu verschenken«-Karton?

»Zwischenhalt Erde« ist ein Leuchtfeuer an originellen Ideen und hat alles, was ein gutes Debüt ausmacht: starke Charaktere, Temperament, Fabulierlust. Und etwas, das man in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur fast mit der Lupe suchen muss: unangestrengten Witz.

Bestellt werden kann das Buch für € 10,- über ranis@lesezeichen-ev.de, im Buchhandel und bei amazon.


Montag , 07.12.2020


Virginia Woolf: Mrs. Dalloway. Literaturpodcast Blaubart & Ginster


Die wohlhabende Clarissa Dalloway bereitet eine Party vor. Der Soldat Septimus Smith verfällt dem Wahnsinn. Ihnen gehören zwei der Stimmen aus dem Chor der Gedanken, auf die Virginia Woolf in ihrem berühmten Roman unsere Aufmerksamkeit lenkt. Mario Osterland und Ralf Schönfelder haben fasziniert zugehört.



Dienstag , 27.10.2020


Thüringer Literaturtage - digital!


Foto: Ralf Schönfelder

Sie finden die 23. Thüringer Literaturtage unter: www.thueringer-literaturtage.de

Seit Jahren findet der Höhepunkt der Thüringer Literaturtage während des zweiten Juniwochenendes auf Burg Ranis statt. Doch die unsichere Situation öffentlicher Veranstaltungen während der Corona-Pandemie hat uns zu einer Planänderung bewogen. Die vom 11.06. bis 14.06. angesetzten Veranstaltungen werden abgesagt. An ihre Stelle tritt jedoch ein multimediales Festival für das Publikum im Internet, bei dem zahlreiche der angekündigten Künstlerinnen und Künstler mitwirken werden.

Entstehen wird eine Sammlung von Videos, Texten, Animationen und Audiomaterial, die während einer Festivalwoche vom 13.07. bis 19.07. auf www.thueringer-literaturtage.de veröffentlicht werden. Die Dreharbeiten für die Videos finden in den kommenden Wochen auf Burg Ranis statt. Unter anderem werden Lutz Seiler, Katrin Schumacher, Hartmut Rosa, Clemens Meyer, Antje Horn und Mehrdad Zaeri beteiligt sein.

Unter dem Titel „Vorübergehend: unverfügbar“ wird sich das Festival mit den Erfahrungen der letzten Monate auseinandersetzen. Funktioniert unser Alltag nur, wenn die Welt uns zu Diensten steht? Kann aus Kontrollverlust und Unverfügbarkeit, neben aller Beschwernis, auch eine Besinnung auf das Wesentliche wachsen?



Mittwoch , 20.05.2020


Joseph Conrad: Herz der Finsternis; Literaturpodcast Blaubart & Ginster


"Der Mensch ist ein bösartiges Tier", schrieb Joseph Conrad in einem Brief. Ralf Schönfelder und Mario Osterland diskutieren Conrads Meisterrezählung "Herz der Finsternis" und die kongeniale Verfilmung "Apocalypse Now". Dazu gibt es Hörerpost u.a. des Seefahrers Leif Eriksson und des früheren Boxweltmeisters im Schwergewicht Andy Ruiz!



Mittwoch , 22.01.2020


Die TLZ meldet: "Geldsegen für Literaturprojekte im ländlichen Raum"


Foto: Ulrike Merkel

Der Bund fördert den Lesezeichen-Verein in Jena und Ranis mit 80.000 Euro. Mit dem Geld werden drei Projekte finanziert.

Von Ulrike Merkel

Geldsegen für den Lese-Zeichen e.V.: Der Verein mit Sitz in Jena und Ranis erhält vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 80.000 Euro für Literaturprojekte im ländlichen Raum. Mit dem Geld werden in den kommenden drei Jahren unter der Überschrift „Land sehen“ drei Teilprojekte finanziert sowie die Stelle einer Projektassistentin.

Die erste Offerte ist bereits im Herbst gestartet. Sie richtet sich an Schulen. Der renommierte Kinderbuchautor Rolf Barth bietet mit Schauspieler Sven Pawlitschko und einem Illustrator einen fachübergreifenden Kurs zum Thema „Ein Kinderbuch entsteht“ innerhalb des Unterrichts an. Das Trio entwickelt zusammen mit Schülern eine Geschichte bis zum Druck. Als erste von insgesamt drei Thüringer Schulen fand die Werkstatt in der Grundschule in Stiebritz nahe Jena statt.

Das zweite Projekt beginnt diesen Donnerstag. Durch die monatliche Veranstaltungsreihe „Burg Im Puls“ auf der Literaturburg Ranis sollen künstlerische Impulse in den ländlichen Raum getragen werden und umgekehrt: Impulse aus der Provinz in die Kunstszene, wie der Geschäftsführer des Lese-Zeichen e.V., Ralf Schönfelder, erläutert. In Zeiten der gesellschaftlichen Polarisierung solle so die Diskussionskultur gefördert werden. Neben Lesungen sind auch Konzerte, Live-Hörspiele, Erzählabende und Poetry Slams geplant.

Den Anfang macht Liedermacher und Schriftsteller Stephan Krawczyk, der zu DDR-Zeiten genötigt wurde, seine Heimat zu verlassen. In Ranis singt, liest und erzählt er über die Freude an einem freien und sinnlichen Leben.

Am 13. Februar folgt ein Abend über die jüdische Dichterin Mascha Kaléko. Paula Quast trägt Gedichte Kalékos vor, begleitet wird sie vom Cellisten Krischa Weber.

Am 6. März folgt ein neues Format, wie Projektassistentin Romina Nikolic ankündigt: ein Märchen-Poetry-Slam. Die Veranstaltungen beginnen jeweils 19.30 Uhr.

Darüber hinaus plant der Lese-Zeichen-Verein in den nächsten drei Jahren literarisch-künstlerische Sommer-Werkstätten für Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren.

Vom 19. bis 23. August findet die erste Ausgabe dieser besonderen Talentförderung auf Burg Ranis statt. Die Teilnehmer können zwischen Kursangeboten zu Literatur, Fotografie und Stop-Motion-Animation wählen. Übernachtet wird im Kinder-, Jugend- und Tou­ris­tik­zen­trum in Lud­wigs­hof in Ranis.

Bewerbungen von Schulen (für das Kinderbuch-Projekt) und Jugendlichen (für die Sommerwerkstatt) sind unter ranis@lesezeichen-ev.de möglich.


Dienstag , 14.01.2020


Antje Babendererde liest aus "Schneetänzer" und berichtet von ihrer Recherche


Der neue Jugendbuchhit "Schneetänzer" von Antje Babendererde ist soeben erschienen. Auf Burg Ranis verriet uns die Autorin, was sie bei ihrer Recherche unter den amerikanischen Ureinwohnern in Kanada erlebte.



Mittwoch , 06.11.2019


In der Zwischenzeit: Poesie - mit Kinga Tóth


Nun hört schon auf die fallenden Blätter zu zählen! Schmückt euren Tag lieber mit ein bisschen Poesie! In unserem neuen Video liest Kinga Toth aus den verzerrten und verkehrten Kinderreimen ihres Gedichtbands "Party".



Mittwoch , 09.10.2019


Fear & Loathing in Las Vegas: im Literaturpodcast Blaubart & Ginster


Wart ihr schon am Rand der Wüste, wo die Drogen zu wirken beginnen? Noch nicht? Dann wirds aber Zeit, nicht wahr? Wir sprechen über Hunter S. Thompsons Kultroman "Fear and Loathing in Las Vegas". Es geht um Rausch und Politik, den American Dream und Gonzo Journalismus.
... Wir sind nicht wie die anderen. Wir sind eure Freunde! Schalte ein!



Donnerstag , 19.09.2019


In der Zwischenzeit: Poesie - André Schinkels Rückkehr nach Ranis


André Schinkel liest ein Ranisgedicht, nachdem er eine Raniser Dame vom Burgplatz verwiesen und ins legendäre Gasthaus "Zur Schmiede" geschickt hat. Am 08.06. ist André endlich wieder auf Burg Ranis zu erleben: Bei "Lyrik im Tanz"!

Das komplette Programm finden Sie in unserem Kalender.



Freitag , 31.05.2019


Jorge Luis Borges: "Fiktionen" im Literaturpodcast Blaubart & Ginster


Kurz vor der Buchmesse widmen Ralf Schönfelder und Mario Osterland ihre Sendung dem Hüter der Bücher, dem blinden Bibliothekar der Weltliteratur, Jorge Luis Borges. Erfahrt mehr über Borges Leben und seinen bahnbrechenden Erzählband "Fiktionen". Es geht um Metatexte und Textlabyrinthe, um Politik und Perón, Realität und (Magischen) Realismus, Umberto Eco und Clemens Setz.



Dienstag , 19.03.2019


Andreas Berner - der Vorsitzende des Lese-Zeichen e.V. - wurde mit dem Ehrenbrief des Freistaats Thüringen ausgezeichnet



In der Begründung hieß es:
"Als Lehrer am Bad Lobensteiner Gymnasium, als Maler, Zeichner, Grafiker und Fotograf und Produzent von Künstlerbüchern bringt er seine Erfahrungen in die Vereinsarbeit ein. Sie fließen in das breitgefächerte Jahresprogramm des Vereins mit ca. 240 Veranstaltungen ein. Dabei wird die Kunst- und Kulturarbeit zum Bindeglied im ländlichen Raum, speziell im Saale-Orla-Kreis. Burg Ranis, auf der inzwischen die 22. Literaturtage vorbereitet werden, wurde eine wichtige Instanz für den Landkreis. Seine Arbeit unterstreicht immer wieder die Bedeutsamkeit eines lebendigen literarischen und künstlerischen Lebens für die Förderung und Entwicklung einer demokratischen Kultur im Geiste von Toleranz und Friedensfähigkeit. Andreas Berner widmet sich vor allem dem Ausbau der Sommerwerkstatt “Art & Wiese“, die seit über 15 Jahren stattfindet. Ein Höhepunkt der Werkstatt-Arbeit war das EU-Projekt mit jungen Menschen aus Rumänien, Finnland, Österreich, Tschechien und Russland zum Thema „Heimat im Europa der Regionen“, das von der EU-Kommission höchste Anerkennung fand. Andreas Berner leistet nicht nur konzeptionelle Arbeit, er gestaltet die Werbung und Programmhefte, die Reihe „Raniser Debut“ und „Wortwelten Bildwelten“. In diesem Jahr wird es in Jena eine Werkschau zu Paul Celan geben. Andreas Berner ist ein wichtiger Freund und Partner für seine Vereinsmitglieder und auch in schwierigen Situationen ein vertrauensvoller Ansprechpartner. "


Dienstag , 18.12.2018


Neu auf youtube: Ulrich Zieger auf Burg Ranis


Ulrich Zieger las am 13.04.2015 auf Burg Ranis aus seinem Roman "Durchzug eines Regenbandes". Es war einer der letzten öffentlichen Auftritte des großen Dichters. Ulrich Zieger starb am 23.07.2015 im Alter von nur 53 Jahren.

In dem neuen Video auf unserem youtube-Kanal kann man noch einmal Zieger erleben:



Montag , 23.07.2018


"Ins Innere: Annäherungen an Franz Fühmann". Herausgegeben von Peter Braun und Martin Straub


Nach dem Band "Hilbigs Bilder" haben Peter Braun und Martin Straub im Wallstein Verlag einen neuen Sammelband heraus gegeben, der sich dem Schriftsteller Franz Fühmann widmet.

Franz Fühmann (1922 – 1984) – ein produktives Schriftstellerleben, in dem sich das 20. Jahrhundert bricht, und ein verzweigtes, vielgestaltiges Werk, das sich von keiner Doktrin bändigen ließ.

Aus ganz unterschiedlichen Richtungen nähern sich die Autorinnen und Autoren dieses Buches Franz Fühmann an. Sie berichten von ihren persönlichen Erfahrungen mit ihm und von dem Einfluss, den er auf sie ausgeübt hat, verfolgen seine intellektuelle Biographie, öffnen sein Archiv, lesen seine Bücher, reflektieren über seine Poetik oder fragen nach den Figuren des Zufalls.

Die Beiträge stammen von Helmut Böttiger, Matthias Braun, Peter Braun, Joachim Hamster Damm, Daniela Danz, Barbara Heinze, Anja Kampmann, Frauke Meyer-Gosau, Dietmar Riemann, Martin Straub.

Das Buch kann ab sofort für € 19,90 bei uns bestellt werden.

E-Mail: info(at)lesezeichen-ev.de


Dienstag , 02.01.2018