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"Fahrendes Volk - Geschichte eines vergessenenen Manuskripts" - Lesung mit Matthias Biskupek

VS Projekt

14.12.2017  - 14:30 Uhr

Ende der 1980er Jahre hatte der Schriftsteller Matthias Biskupek beim Mitteldeutschen Verlag das Projekt "Fahrendes Volk" in Angriff genommen.
Gemeinsam mit dem Fotografen Wolfgang Korall (Berlin) wollte er einen Text-Bild-Band schaffen unter o. a. Titel. Dafür reisten die beiden mit einem kleinen Privatzirkus mit, besuchten Aufführungen der Hochseilartisten Weisheit, waren bei Liedermachern und Parterre-Akrobaten, in Puppentheatern, Varietes und viel auf diversen Rummelplätzen unterwegs - überall, wo Menschen Fahrgeschäfte betrieben.

Für die DDR war dieses Leben untypisch - in einem Land, in dem man möglichst ortsfest arbeitete und Fernreisen, zumal in westliche Länder nicht opportun schienen. Im Buch sollten auch Fernfahrer und Zigeuner zu Wort kommen (Sinti nannten sich damals und auch heute oft selber Zigeuner).

Als das Manuskript im Herbst 1989 in Grundzügen fertig war, verließ zunächst Wolfgang Korall die DDR ; im Frühjahr 1990 wurde das Projekt aus finanziellen Gründen abgesetzt. Auch schien die ursprüngliche Intention - fahrendes Volk im System des garantierten festen Arbeitsplatzes - mehr und mehr zu verschwinden.

Anhand des Manuskripts gibt Biskupek Einblick in die Schriftstellerwerkstatt, in die Genehmigungspraxis der DDR (Zensur) und in jenen Grenzbereich zwischen Reportage und Fiktion, in dem er sich auch heute gern bewegt. Die Veranstaltung bietet sich für nachfolgende Diskussionen in Sachen Deutsch,  Geschichte und Sozialkunde an.

Veranstalter:

In Zusammenarbeit mit dem ThILLM, VS und Lese-Zeichen e.V.

 

 

Ort:
Weimar, Stadtschloss, Kaminzimmer,

 

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