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Literaturtage

Lyrik im Konzert mit: Monika Rinck, Jan Wagner und Norbert Hummelt

Musik: Fridjof Vollmer (Kontrabass)

23.06.2012  - 19:00 Uhr

Monika Rinck: "Honigprotokolle" - so der Titel des neuesten Gedichtzyklus der Lyrikerin Monika Rinck. Es ist ein Titel, der aufstößt und verstören mag. Was sollen denn bitte Honigprotokolle sein? Und überhaupt: Was hat zäher Honig mit streng geordneten Protokollen zu tun? Nun gut, der kundige Etymologe wird wissen: beides klebt irgendwie - Honig sowieso überall und das Protokoll vor dem Rest. Denn dem ursprünglichen, mittelgriechischen Wortsinn nach ist ein Protokoll nichts weiter als eine bio- und bibliographische Angabe, die amtlichen Anweisungen auf Papyrusrollen vorangestellt bzw. -geklebt wurde. Doch ist es etwas anderes, auf das der Titel "Honigprotokolle" auch die wortgeschichtlich weniger Bewanderten verweist. Etwas, das die rhythmisch suggestiven Gedichte Monika Rincks aus- und kennzeichnet: Das kunstfertige Zusammenfügen scheinbar widersprüchlicher Worte, Bedeutungen und Motive, die Einheit im Gegensätzlichen. Auch so kann man "Honigprotokolle" verstehen. Es ist ein buntes, ein verrücktes Sprachbild, das trotz aller Widerstände um Deutung durch den Leser bittet. "Texte, die nur so funkeln vor lauter [...] Sprachwitz, Bildersinn und purem Denkvergnügen." kolik - Zeitschrift für Literatur

Jan Wagner: Mit Jan Wagner bereichert einer der bedeutendsten Lyriker der jungen deutschen Literaturszene die Veranstaltungsreihe "Lyrik im Konzert" auf der Burg Ranis. Der für seine präzise und bildgewaltige Sprache vielfach ausgezeichnete Künstler präsentiert Gedichte aus verschiedenen Stadien seines literarischen Schaffens und entführt das Publikum in die zauberhafte Welt der Gedichte. So besitzt für Jan Wagner nahezu jedes Gefühl, jedes Erlebnis, jeder Gegenstand poetische Qualitäten, die es nur zu entdecken gilt. Scheinbar banale Alltagsgegenstände wie Teebeutel besitzen für den jungen Poeten ein gewaltiges dichterisches Potential - gerade wegen ihrer Banalität. Wagner selbst bringt seine Vorstellung lyrischen Schaffens auf den Punkt: "Wer ansetzt, ein Gedicht über ein großes Thema wie Freiheit zu schreiben, wird höchstwahrscheinlich scheitern.Wer sich aber ganz auf einen fallengelassenen weißen Handschuh im Rinnstein konzentriert, wird unter Umständen ein großartiges Gedicht über die Freiheit zustande bringen."

Norbert Humelt: "Pans Stunde" bricht während der schwülen sommerlichen Mittagsstille an. Dann ruht der bocksbeinige Gott, und wer ihn stört, den versetzt er in Angst und 'panischen' Schrecken. Dieser mythischen Stunde hat der Schriftsteller Norbert Hummelt seinen neuen Gedichtband "Pans Stunde" gewidmet. In Versen lotet er die tiefe Spannung dieser Stunde aus, die von Trunkenheit und Erotik, von Schrecken und Glück, von Idylle und Dämonie gezeichnet ist. In immer neuen Variationen umkreisen die insgesamt 60 Gedichte Norbert Hummels den Pan- Mythos und beschwören dabei die sinnlichen Schauplätze eines inneren Geschehens herauf, das hin- und hergerissen zwischen Glücksverlangen und dem Wissen um Vergänglichkeit mit sich selbst ringt. Es sind Gedichte, die von der Polarität zwischen Furcht und erotischer Anziehung durchzogen sind. Gedichte, die eine ungemeine Bildkraft besitzen und einen heimlichen Sog auf den Leser ausüben. Gedichte, deren schwebend leichter Ton unverwechselbar und tief eindringlich ist.

"Pans Stunde": Das ist ein magischer Augenblick, der in den besten Strophen dieses Bandes aufscheint. Ulrich Rüdenauer - SWR 2

Kartenvorverkauf:

Tel. 0 36 41-9 26 46 73 oder 01 63-6 05 69 81

Di. bis Fr. – 10 bis 15 Uhr

in der Burgpforte der Literatur- und Kunstburg Ranis

 


Ort:
Burg Ranis

 

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