Papierne Küsse- Eine tragische Ost-West Beziehung Jena-Westberlin mit Karin König

„Es ist eine deutsch-deutsche Geschichte, die Karin König anhand eines aufgefundenen Breifwechsels in ihrem Buch „Papierne Küsse“ erzählt.
Karin König ist Historikerin und arbeitet am Hamburger Institut für Sozialforschung.
Es geht um ein Liebespaar. 1962 bis 1965 – getrennt durch die Mauer. Sie – Ingeborg – studiert Germanistik. Er – Traugott – lebt in Westberlin. Beide sind Cousin und Cousine und in einander verliebt.
Sie treffen sich gelegentlich in Leipzig und Ostberlin. Ansonsten bleiben ihnen nur die Briefe. Erhalten sind fast ausschließlich die Zeilen von Ingeborg. Doch man kann ahnen, was Traugott geschrieben hat. ,Auf den ersten Blick war es ein heiterer, fröhlicher Briefwechsel, doch auf den zweiten offenbarte sich ein Alltag der Studentin, der gar nicht so schön war’, so die Autorin Karin König.
Die Briefe spiegeln die 60er Jahre in Jena: obligatorische Ernteeinsätze, unerträglicher Marxismus-Leninismus-Unterricht, Mangelwirtschaft und Stasi. Denn die kommt schnell hinter die Liebe von Ingeborg und Traugott. Und bald arbeitet Ingeborg als IM. Sie soll in Westberlin spionieren - beendet die Zusammenarbeit aber bald. Denn Ingeborg ist schwanger, weiß aber nicht, ob sie abtreiben soll oder nicht. Sie flüchtet nach Westberlin und will mit Traugott zusammenleben. Doch dazu kommt es nicht. Sie stirbt im Alter von 22 Jahren an den Folgen einer missglückten Abtreibung.“
Thüringen Journal 23.8.2011, http://www.mdr.de/thueringen-journal/
gemeinsame Veranstaltung mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Geschichtswerkstatt Jena
Ort:
Jena, Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität, Hörsaal 250 Fürstengraben 1
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