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20.11.2008

Von 'Pösie'-Album bis 20-Jahre-Wende-Buch

von H.E. Ostthüringer Zeitung

Literarisches Quintett zu Gast in Rudolstadt

Rudolstadt (OTZ/H.E.). Nein, die Geschichten über seine geliebte Reiseschreibmaschine Erika oder die Dreiecksbadehose aus seinem Buch über "Dinge, die wir vermissen werden" konnte der Autor und Kulturredakteur Frank Quilitzsch am Dienstagabend im Rudolstadt-Center nicht noch einmal zum Besten geben. Die kennen die Rudolstädter schon. Vor zweieinhalb Jahren war das Literarische Quintett zuletzt zu Gast in Rudolstadt. Jetzt gab es ein Wiedersehen mit ihm sowie Dr. Martin Straub, Hans-Jürgen Döring, Landolf Scherzer und Matthias Biskupek im Rahmen der Reihe "Kultur trifft Wirtschaft".
So waren es diesmal Episoden über das Poesiealbum - in dem neben einem Zitat aus Nikolai Ostrowskis Buch "Wie der Stahl gehärtet wurde" auch Worte von Christa Wolf standen und das bei Quilitzsch "Pösie"-Album heißt - und von der Russischolympiade, die bei den etwa 30 Zuhörern für Heiterkeit sorgten. Beide gehören für den Verfasser zu den Dingen, "mit denen wir gelebt und gelitten hatten und die vom Aussterben bedroht sind".

Hans-Jürgen Döring sitzt für die SPD im Thüringer Landtag und schreibt seit seiner Jugend Gedichte, die drängen, veröffentlicht zu werden. Zum Beispiel "Meine kleine Kettenseele stürzt aus dem Rost der Routine in die Idylle der Aufruhr - nachhaltig verwirrt", nachzulesen in seinem Lyrik-Band "Theatrum Mundi".

Matthias Biskupek stellte sein neues Projekt vor. Nach dem Vorbild "100 Jahre 100 Bilder", die vor Jahren zu Rudolstadt erschienen sind, soll es im kommenden Jahr ein Buch zu 20 Jahren deutsche Einheit geben. Mit einem typischen Bild zu jedem Jahr, zu dem er den Text plus einen Epilog schreibt. Das Bild für das Erscheinungsjahr 2009, soviel verriet Biskupek, wird eine Aufnahme des neuen Uni-Campus´ von Leipzig sein und zwar von dem Bereich, auf dem 1968 die Kirche stand. Im dazugehörigen Text wird es um die "Bildungsrepublik Deutschland" gehen.

Eine Premiere erlebten die Zuhörer dank Landolf Scherzer, der hier "zum ersten Mal die ersten sechseinhalb Seiten" seines Buches über seine Wanderung durch Osteuropa las und dabei auch über eine aufklebbare Friedenstaube, das Anti-Zecken-Klo und manch nützliche Sicherheitsvorkehrungen sprach.

Für Auflockerung sorgte wie gewohnt Martin Straub mit Episoden, natürlich passend zum Schillerjahr 2009.