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15.12.2014

Shakespeare in Jena-Ost

von Silvia Daute TLZ

Foto: Boris Kipp

Gerade in der Vorweihnachtszeit sind Momente der Muße selten. Wer sich am Freitag die Zeit für eine gute Stunde in der "Bühne am Anger" des Staatlichen Angergymnasiums nahm, konnte einen solchen Moment erleben.

Schüler der Klasse 10/2 brachten auf Initiative ihrer Lehrerin Christiane Weikopf "Romeo und Julian" auf die Bühne, eine an Shakespeare angelehnte Inszenierung. In nur einer Woche hatten Theaterpädagogen der Gruppe "Fahrendes Volk" unter Leitung von Stephan Boden, unterstützt vom Lese-Zeichen e.V. und der Stadt Jena und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Jena, das Stück mit allen 27 Schülern der Klasse erarbeitet.

Aus der berühmten Liebestragödie des 16. Jahrhunderts wurde dabei die Liebesgeschichte zweier Jungen der Gegenwart. In beeindruckender Dynamik griffen klassische Schauspielszenen, selbst erstellte Videoschnitte und Tonaufnahmen, Kampf- und Tanzdarstellungen und nicht zuletzt Livemusik mit virtuosen Gesangseinlagen ineinander. Motive und Figuren Shakespeares wurden zu Projektionsflächen der Gegenwart. So wurde etwa der Pfarrer, der im Original Romeo und Julia gegen die Konventionen traut, zum verständnisvollen Ex-Kapitän und Frittenverkäufer mit Jena-Bezug.

Sensibles Spiel und erfrischende Komik ließen das lebendige Bild einer jugendlichen Liebe im Konflikt mit gesellschaftlichen Erwartungen entstehen.