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09.12.2004

Schubert und Härtling

von Frank Quilitzsch TLZ

Weimar. (tlz/fqu) Mit Franz Schuberts Liederzyklus "Die Winterreise", gesungen von der Mezzosopranistin Martina Müller, und Peter Härtlings Erzählung "Der Wanderer", gelesen von Martin Stiebert, enden am Sonnabend die Lesekonzerte in der Weimarer Villa Altenburg. Unter dem Motto "wo aber bleibt die reine poesie" fanden von September bis Dezember insgesamt fünf Veranstaltungen mit den Schriftstellern Gisela Kraft, Lutz Seiler, Jan Volker Röhnert, Ines Geipel und Eva Profousová statt, die jeweils musikalisch von Studenten der Musikhochschule "Franz Liszt" Weimar begleitet wurden.

Die Aufführung von Schuberts "Winterreise" nach den 24 "Gedichten aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten" von Wilhelm Müller ist ein würdiger Abschluss der von Kulturamt, Stiftung Weimarer Klassik, Musikhochschule und Lese-Zeichen e. V. gemeinsam getragenen Reihe. Sängerin Martina Müller wird von Christian Wilm Müller am Klavier begleitet.

Der schwer kranke Franz Schubert las im Februar 1827 zwölf Gedichte aus Wilhelm Müllers "Wanderliedern" und vertonte sie, tief berührt, in kurzer Zeit. Bis November 1827 komponierte er den ganzen Zyklus. Peter Härtling geht in seiner großartigen Erzählung auf das Leben des Komponisten und des Dichters ein. Zugleich bedenkt er das Leitmotiv "fremd bin ich eingezogen, fremd zog ich wieder aus" nicht nur als das eines bitteren Künstlerschicksals, sondern als ein an den Hauptnerv der Gesellschaft gehendes Lebensproblem.

! Sonnabend, 17 Uhr, Villa Altenburg Weimar