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10.09.2013

Ranis: Ein märchenhafter Tag auf der Burg

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Hansi von Märchenborn, Ute Wall, Janko Lemon und Andreas vom Rothenbarth (von links) sorgten für einen märchenhaften Tag in Ranis. Foto: Mario Keim

Ranis. Es ist auf der Raniser Literaturburg ein vertrautes Bild: Hansi von Märchenborn packt seine Gitarre aus, singt und erzählt und hat dabei immer eine aufmerksame Kinderschar um sich. Dieses Bild ist Bestandteil des Thüringer Märchen- und Sagenfestes. Am Sonntag vollzog der Verein Lese-Zeichen traditionell den symbolischen Auftakt der Veranstaltungsreihe mit Märchenstunden in allen Landesteilen und in allen Monaten.

Gleichzeitig war es für den ausrichtenden Verein ein Novum. "Wir möchten die Eröffnung des Märchenfestes in Zukunft so gestalten, dass es ein Treffen der Thüringer Märchenerzähler wird", sagt Hansi von Märchenborn. So waren der Erfurter Andreas von Rothenbarth, die Arnstädterin Ute Wall und Janko Lemon alias "Franz der Knallfrosch" aus Leipzig ebenfalls von den kleinen, aber auch großen Märchenfans zu bewundern. Einschließlich der kurzen Pausen, gab es an diesem märchenhaften Nachmittag vier Stunden abwechslungsreiches Programm.

Für Abwechslung zwischen den Pausen sorgten die Burgfreunde im Förderkreis Burg Ranis. Nach dem witterungsbedingten Ausfall der Kinderritterspiele im Juni durften sie sich über viele Besucher schon am Vormittag freuen. Der Tag des offenen Denkmals mit Besichtigungsmöglichkeiten von 10 bis 18 Uhr sorgte zusätzlich für Andrang. "Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Auch die Erwachsenen wurden bei unseren Spielen voll inte­­­griert, vor allem die Männer. Wir sind sehr zufrieden", sagte Kathrin Weese von den Burgfreunden. Die Burgfreunde mit Kaffee und Kuchen, die Waffelbäckerbande des Grundschulfördervereins Ranis und die Firma Armin Wenzel mit Gebratenem und Getränken sorgten für die Bewirtung der Gäste.

Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten öffnete am Tag des offenen Denkmals die Pforten. Das Thüringer Märchen- und Sagenfest hat nach Ansicht von Ute Wall, die im Hauptberuf als Bibliothekarin arbeitet, eine wichtige Funktion. "Kinder haben in ihrem Alter ursprüngliche Bilder. Sie wissen genau, dass der Wolf für das Böse steht. Diese Bilder müssen in unserer multimedialen Gesellschaft erhalten bleiben. Märchen haben deshalb eine ganz wichtige Botschaft", sagt die nebenberufliche Erzählerin.

Begleiter der Veranstaltungsreihe ist auch in diesem Jahr das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. "Die Förderung zeigt uns, dass die Märchen als Teil unserer Kulturlandschaft einen festen Platz haben. Dafür sind wir als Verein dankbar", sagt Hansi von Märchenborn. Der Märchenerzähler ist den Burgfreunden für ihren Einsatz dankbar. "Sie waren eine Bereicherung des Konzeptes.

Viele Kinder nutzten die Gelegenheit, in den Pausen in dem Ritterlager zu toben." "Die Veranstaltung können wir als Erfolg verbuchen. Das Miteinander mit anderen Partnern hat sehr gut funktioniert, von der Werbung über die Vorbereitung bis zur Durchführung. Wir sollten diese Kooperation beibehalten und weiter fortführen, so dass sie auch zu einem festen Termin und Treffpunkt der Märchenerzähler wird", bekräftigte Uta Utzelmann, Geschäftsführerin des Lese-Zeichen e.V., den Wunsch nach einer Wiederholung dieser Veranstaltung. "Alle Veranstaltungen waren gut bis sehr gut besucht und viele Kinder, Eltern und Großeltern haben gemeinsam ein paar schöne Stunden auf der Burg Ranis gehabt."