Presse - Details

 
02.09.2013

Musiker nutzen Saal zur Probe in Krölpa

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Foto: Mario Keim

Rockendorf/Krölpa. Aller Anfang ist schwer. Das trifft auch auf die vom Verein Lese-Zeichen in Krölpa vor Jahresfrist ins Leben gerufene Reihe zu, die sich jeweils zum Spätsommer den Musikrichtungen Jazz und Dixieland widmet. So machten sich am Wochenende nur wenige Besucher nach Krölpa und Rockendorf auf, wo es am Sonnabend und am Sonntag gleich eine Doppelveranstaltung gab. Mit der "Jindrich Staidel Combo" und "Placebo Flamingo" in der Krölpaer Pinsenberghalle sowie Peter Setzmann und Micha Winkler im Saal der Rockendorfer Gaststätte "Zum Goldenen Adler" hatte der gastgebende Verein für abwechslungsreiche musikalische Kost gesorgt. "Wir werden daran festhalten, es aber künftig nicht mehr mit Jazz überschreiben", sagte Anke Scheller, Projektleiterin der Literatur- und Kunstburg Ranis, die auch die Veranstaltungen im benachbarten Krölpa inhaltlich betreut.

Seit Jahresbeginn gibt es zwischen der Einheitsgemeinde und dem Verein einen Kooperationsvertrag. "Das hier ist ein wunderbarer Saal" sagte gestern Micha Winkler, der gemeinsam mit Peter Setzmann in Rockendorf auftreten sollte. Den ausbleibenden Andrang der Besucher nahmen er und der Pianist sportlich: "Wir spielen jetzt einfach eine Probe."

Am Sonnabend bestritt der 41-jährige Micha Winkler in Bad Lauchstädt eine musikalische Lesung mit Gunter Emmerlich. Mit dem bekannten, aus Eisenberg stammenden Sänger und Moderator arbeitet der 1972 in Meißen geborene Musiker seit 1993 zusammen. "Angefangen hat es auf Kreuzfahrten durch Europa", so Winkler. Später spielte er in Gunter Emmerlichs Begleitband und wirkte auch in dessen "Semper House Band" mit. Seine Mitarbeit im Dresdner Swing-Quartett führte ihn an der Seite von Emmerlich am 11. Mai in die voll besetzte Pinsenberghalle im Kulturort Schloss Krölpa. Auch die Burg Ranis kennt der Künstler, der ein ständiger Begleiter des Lese-Zeichen ist und deshalb gerne nach Thüringen kommt.

"Es ist mir viel lieber, wenn ich vor zehn interessierten Menschen spiele als in einem Zelt vor 2000 Besuchern und keiner hört zu", sagte der vielseitige Musiker. Jens Näder, der das 1911 eröffnete Gasthaus in Rockendorf in vierter Generation führt, ist auch in Zukunft offen für Veranstaltungen gemeinsam mit dem Lese-Zeichen.