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05.12.2006

Mit Literatur aufs Fest einstimmen

von Georg Vater Freies Wort Suhl

SUHL ? Ein wärmendes Schwedenfeuer, dazu ein guter Schluck Schwarzebeersglühwein, kredenzt vom Vesserer Ortsbürgermeister Detlef Weiß und seinem Helfer, empfingen die an den Weihnachtslesungen 2006 beteiligten 30 Thüringer Autoren am Samstagabend am Familienzentrum ?Insel?.
Dieser Empfang sollte zugleich ein Dank der Stadt sein für die trotz einiger Schwierigkeiten im vergangenen Jahr wieder unentgeltlich durchgeführten Lesungen in sozialen Einrichtungen, Institutionen und Vereinen. Große Bedenken habe er ob der Fortsetzung dieser nun schon zu einer schönen Tradi-tion gewordenen Lesungen in der Vorweihnachtszeit gehabt, als die Suhler Autorin Felicitas Kretschmann ihr jahreslanges Engagement dafür beendete, räumte Kulturamtsleiter Mat-thias Rolfs ein. Umso mehr freue es ihn, dass es unter neuer Verantwortlichkeit gelungen sei, die Lesungen auch zum neunten Mal stattfinden zu lassen.

Landolf Scherzer, auf dessen Initiative hin das Projekt ins Leben gerufen wurde, dankte Felicitas Kretschmann für die vielen Jahre, in denen sie die Lesungen organisierte. ?Dass die Übergabe des Staffelstabes an Ursula Schütt und Hendrik Neukirchner so reibungslos geklappt hat, ist auch der Stadt Suhl zu verdanken, die uns diese Aktion erst ermöglicht?, sagte der Vorsitzende des Thüringer Schriftstellerverbandes. Denn die Vereine und Autoren immer wieder unter einen Hut zu bringen, sei wahrlich keine leichte Aufgabe, so Scherzer während dem von zwei Suhler Musikschülern mit weihnachtlichen Weisen umrahmten Treffen.

Immer wieder gern kommen die Autoren nach eigenem Bekunden nach Suhl. ?Alle fühlen sich wohl hier. Das ist zum Jahresende schon wie eine Institution geworden?, weiß Ursula Schütt. Selbst den Kolleginnen und Kollegen aus den weiter entfernten Kreisen ist der Weg dafür nicht zu weit, bietet der Abend des gemeinsamen Treffens neben den eigenen Lesungen und Gesprächen mit dem Publikum doch auch die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zum ungezwungenen Plausch.

Der Verband Deutscher Schriftsteller Thüringen als Träger der Aktion kann in Suhl und Umgebung auf einige verlässliche Partner zählen, die das Projekt unterstützen. Neben der Stadt Suhl und dem Landratsamt Hildburghausen sind das u.a. der Südthüringer Literaturverein um Holger Uske, die Rhön-Rennsteig-Sparkasse und auch Freies Wort.

Neben altvertrauten Leseorten, wie dem Klub der Volkssolidarität in der Aue II, der Villa Kunterbunt in der Hohen Röder, dem Familienzentrum ?Die Insel? oder dem Altenheim auf dem Döllberg stehen in diesem Jahr auch mehrere Premierenorte auf dem Leseplan. So unter anderem die Berufsbildungsgesellschaft Zella-Mehlis, wo Mitte Dezember insgesamt drei Lesungen geplant sind. ?Das Angebot ist dort mit großer Freude angenommen worden?, weiß Ursula Schütt. Gerade der dort betreute Personenkreis ? Alkoholkranke, körperlich und psychisch Behinderte sowie Migranten ? zeige die überaus wichtige soziale Komponente der Lesungen, die Menschen aus allen sozialen Schichten auf die Weihnachtszeit einstimmen soll. Insgesamt 30 Autoren beteiligen sich an den noch bis zum 25. Dezember veranstalteten Weihnachtslesungen. GEORG VATER

Das Treffen der Thüringer Schriftsteller am Jahresende in Suhl ist Tradition. Auch diesmal loderten vor der ?Insel? die Schwedenfeuer und Schwarzebeersglühwein wurde ausgeschenkt. - FOTO: frankphoto.de