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23.06.2012

Literaturtage-Auftakt in Ranis mit Freuden fürs Auge und das Ohr

von Marius Koity Ostthüringer Zeitung

Der Erzähler Hansi von Märchenborn und Doreen Blau, Marketingleiterin der deutschen Budweiser-Bierimportgesellschaft, lachen mit Bofinger-Büchern. Foto: Marius Koity

"Wir leben weiter, um zu lesen, und lesen weiter, um zu leben." Der schönste Satz der kleinen Feier zum 15-Jährigen der Thüringer Literatur- und Autorentage auf Burg Ranis gelang am Donnerstagabend Dr. Martin Straub aus Jena, einer der zwei Männer, die das Festival auf den Weg gebracht haben.

 

Ranis. An die Zweifel erinnerte er, denen die Idee ausgesetzt war, Literaturtage weit abseits etablierter Kulturzentren zu veranstalten, und an Erfolge wie jener, dass Ranis binnen weniger Jahre zu einer "Hochburg des Poetry Slam in Thüringen" geworden ist. Lang war die Reihe der Menschen und Institutionen, denen Andreas Berner, Vorsitzender des Literaturtage-Veranstalters Lese-Zeichen e. V., Worte des Dankes widmete. Die gingen nicht zuletzt an Hans Westerheide aus Ranis, dem anderen der beiden Literaturtage-Väter, und an Andreas Gliesing, dem Bürgermeister der Burgstadt.

In dieser hatte sich zu Lebzeiten Manfred Bofinger (1941-2006) gern aufgehalten. An den Buchillustrator und Karikaturisten erinnert eine Sonderausstellung auf der Burg. Das Auge erfreuen etwa Zeichnungen, die in "Ein ABC des Grauens für tapfere Kinder und Eltern" Eingang gefunden haben oder für ein "Bestimmungsbuch Männer" gedacht waren. An einem Büchertisch mit einigen der über 300 Bände, die Bofinger illustriert hat, geriet eine junge Frau in totale Verzückung, als sie ihr Kindergarten-Lieblingsbuch wiedersah "Plitsche, Platsche, Moddergatsche".

Gabriele und Luise Bofinger, die Witwe und die Tochter des Künstlers, erinnerten an "Bofi" mit einigen seiner Kindheitserinnerungen aus dem Nachkriegs-Berlin, die er 1998 unter dem Titel "Der krumme Löffel" veröffentlicht hatte. Es ist ein empfehlenswertes Buch kein Wunder, dass es in achter Taschenbuch-Auflage vorliegt.Sigrid Damm stellte vor rund 170 Gästen ihr im Frühjahr erschienenes Rom-Tagebuch "Wohin mit mir" vor.

In der zweiten Lesung des Literaturtage-Auftaktes am Donnerstagabend lud die Erzählerin Sigrid Damm die rund 170 Gäste mit ihrem im Frühjahr erschienenen Tagebuch "Wohin mit mir" zu einem Wandel durch Rom und zwischen den Zeiten ein. Bekannt geworden mit ihren dokumentarischen Romanen über Goethe und Schiller, seziert die 71-jährige Schriftstellerin nun ihr eigenes Leben. Sie berichtet von ihrer Suche nach dem Glück und fordert gleichsam ihre Leser auf, auch nie damit aufzuhören.

Überblick über das Festival