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20.07.2015

Lesezeit im Schleizer Schlosspark mit Danuta Schmidt

von Renate Klein Ostthüringer Zeitung

Autorin Danuta Schmidt bei der Lesung aus ihrem Buch „Tritt ein in meinen Garten - Prominente laden ein" im Schleizer Schlosspark. Foto: Renate Klein

Lesezeit inmitten der Natur. In Schleiz bot der Schlosspark die passende Kulisse für einen unterhaltsamen Abend mit ­Danuta Schmidt. Sie bot einen Spaziergang durch die Gärten prominenter Menschen.

Schleiz. „Diese Kulisse ist einmalig“, sagte Ralf Schönfelder vom Verein „Lese Zeichen e.V.“ am Freitagabend angesichts des Schleizer Schlossparkes. Die Mitarbeiter der Bibliothek hatten in einem schattigen Bereich Stühle aufgestellt für die Lesung der Autorin Danuta Schmidt aus ihrem Buch „Tritt ein in meinen Garten – Prominente laden ein“.

Es kamen mehr Gäste als erwartet. Manche von ihnen kühlten sich erst die Füße im Brunnen, ehe sie auf den Stühlen oder auf dem Rasen Platz nahmen und einen selten schönen Blick in Richtung Springbrunnen genießen konnten. Harald Dubellier, der Techniker im passenden Garten-Outfit mit Strohhut und halblangen Jeans, sorgte dafür, dass die Hörer auf entfernten Parkbänken auch alles gut verstanden.

Munter plauderte Danuta Schmidt drauflos. Sie, die selbst in Thüringen geboren wurde und jetzt im Raum Berlin lebt, bekannte ihre Sympathie zu den Thüringern, lobte deren Freundlichkeit, die sie gerade wieder auf dem Schleizer Neumarkt erfahren hatte und versprach, sie werde für das Schleizer Dreieckrennen in Berlin Reklame machen. Im Schlosspark mit den vielen Aufgängen empfinde man den „genius loci“ – den Geist eines besonderen Ortes. „Ich hoffe, dieser wunderbare Ort wird noch oft bespielt“, so die Autorin, die auch journalistisch tätig ist.

Dann erzählte sie von ihren Begegnungen mit prominenten Menschen in deren Gärten. Oft sei sie überrascht worden und erlebte etwas ganz anderes, als erwartet. Anekdoten gab sie zum Besten, ehe sie anfing zu lesen. Danuta Schmidt schreibt in einem flüssigen humorvollen Stil, der die Hörer gespannt lauschen und schmunzeln ließ. ­Michael Gwisdek, der Dschungel-Dekorateur, hat sie offenbar besonders beeindruckt. Das Konzept seiner Gartengestaltung nennt der Siebzigjährige „kontrollierte Wildheit“. In diesem Garten dominiert die Farbe grün. Bunt gibt’s nicht. „Unkraut, Verzeihung Wildkraut, stehen friedlich nebeneinander“, schreibt die Autorin und ­zitiert den Schauspieler: „Ich kann stundenlang dastehen und Unkraut gießen“.

Bei Sängerin Aurora Lacasa hatte Danuta Schmidt märchenhafte Vielfalt erwartet. Aber sie fand bei der Spanierin einen strukturierten Garten mit mediterranem Charakter. In dem Buch trifft man auf weitere Prominente, zum Beispiel auf Ursula Karusseit. In ihrem Garten in der Nähe von Königswusterhausen pflegt die Schauspielerin ihr rustikales Naturell, erfährt man. Ihr Refugium wirkt, als sei das Land organisch um das Haus in der Mitte gewachsen. Neugierig kann man sein, auf die Gärten von Vladimir Kaminer, Michael Schweighöfer, Erika Zuchold und anderen. Jeder Prominente gibt einen Gartentipp, ein Rezept oder einen Rat, wie Ursula Karusseit: „Wachsen lassen!“. Das Buch wird ergänzt mit gelungenen Fotos von Dirk Schneider.

Die Zuhörer im Schleizer Schlosspark zeigten sich sehr zufrieden mit dieser Lesung, die ihnen bei einem Glas Wein den Blick auf uralte Baumriesen gewährte. Das Plätschern des Springbrunnens begleitete die Veranstaltung auf eine passende harmonische Art.