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27.11.2003

'Ich bin dankbar, dass man mich wahrnimmt"

von bag TLZ

Ein junger Lyriker wird geehrt: Gestern Abend erhielt Jan Volker Röhnert das Walter-Dexel-Stipendium 2003. Die Stadt Jena und die Stadtwerke, die die finanziellen Mittel in Höhe von 4000 Euro zur Verfügung stellen, haben dieses Stipendium zum siebenten Mal vergeben, und erst das zweite Mal an einen Lyriker.

"Die Jury hatte sich sehr schnell geeinigt. Wir haben einen guten Nachwuchslyriker gewählt, der eine große Zukunft haben könnte", sagte Dr. Albrecht Schröter, Sozial- und Kulturdezernent.

Sehr überrascht über die Juryentscheidung war der Stipendiat selbst. "Ich freue mich aber sehr und bin dankbar, dass man mich in Jena wahrnimmt", so Röhnert. Der 27-Jährige stammt aus Oberndorf bei Hermsdorf, hat in Jena Germanistik studiert, ist derzeit mit einer halben Stelle am Institut für germanistischen Literaturwissenschaft an der FSU beschäftigt, wo er an seiner Dissertation arbeitet. Schon als Schüler habe er mit dem Schreiben begonnen, ernsthaft aber erst ab 1998/99. Nein, durch seine Eltern sei er nicht literarisch vorbelastet. Seine Eltern hätten zwar Verständnis und großes Interesse an seiner Arbeit. "Aber das, was ich mache, kann ich ihnen nicht kommunizieren", sagte der junge Lyriker. In seiner Lyrikauffassung fühle er sich zum Einen der Region verpflichtet, zum Anderen wolle er auch die Welt in die Region bringen.

Für das Stipendium vorgeschlagen wurde Röhnert von Martin Straub, Geschäftsführer des Lesezeichen-Vereins. "Ich bin auf Jan Volker Röhnert aufmerksam geworden durch den Schreibwettbewerb Literaturforum Hessen-Thüringen. Wulf Kirsten, Ehrendoktor der Jenaer Universität, ist sein Mentor. Röhnert hat bereits ein Büchlein ´Burgruinen-Blues´ veröffentlicht", begründet Straub seinen Vorschlag. Er sei sehr beeindruckt von der jungen Lyrik aus Röhnerts Feder. "Das ist einer, der genau hinschaut, der im Übrigen auch sehr gute Prosa, gute Essays, schreibt. Das hat man nicht so oft."