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14.03.2016

Geraer Autorinnen präsent zur Buchmesse in Leipzig

von Elke Lier

Die Geraer Schriftstellerin Annerose Kirchner. Foto: WENZEL-ORF

Gera und Leipzig. Beide Städte gehören fest ins Leben der Geraer Schriftstellerin Annerose Kirchner. „Thüringer Stimmen“ heißt die von Jens- Fietje Dwars herausgegebene Neuerscheinung des quartus-Verlags aus Bucha, die zur Buchmesse präsentiert wird. Das Buch stellt Porträts und Texte von 25 Thüringer Autoren vor. Zu den Autorenstimmen, die ihre Beziehung zu Thüringen offenbaren, gehört die von Annerose Kirchner. In Leipzig geboren und dreieinhalb Jahre dort aufgewachsen, kam sie 1955 in den Thüringer Wald nach Zella-Mehlis. „Die Ankunft gestaltete sich freudlos“, beschreibt sie frühkindliche Eindrücke nach dem abrupten Abschied von der Großstadt Leipzig. Die Zella-Mehliser Stadtbibliothek, wo sie auf literarische Entdeckungsreise ging und Abenteuerspielplätze in der schönen Natur versöhnten sie einigermaßen mit dem „Wald“. Trotzdem zweifelt sie: „Ich bin mir heute noch nicht sicher, ob ich ‚richtig‘ in Thüringen angekommen bin, ob sie meine erste oder zweite Heimat ist, denn meine Geburtsstadt Leipzig bleibt mir immer nahe.“ Ein Großvater der Schriftstellerin war ein würdiger Vertreter der Buchstadt Leipzig, stellte als „Pressvergolder“, also Buchbinder, edle Drucke und Einbände her. Verständlich, dass sich Annerose Kirchner auf „ihr Leipzig“ und die Messe freut. In dem Compendium der Schriftsteller-Stimmen, in dem auch der Geraer Autor Lutz Seiler vertreten ist, bekennt sie sich zu Gera: „Wegen meiner ungebrochenen Sehnsucht nach Leipzig bin ich in Ostthüringen, in Gera angekommen und lebe hier mittlerweile 36 Jahre. Das kann ich oft nicht glauben. Es ist die Großstadt, die mich anzieht. Hier bin ich zu Hause.“ Die „Thüringer Stimmen“ werden am 17. März , 13 bis 13.30 Uhr in Halle 3/E 11, Forum Sachbuch, präsentiert. Sowohl Annerose Kirchner als auch eine zweite Geraer Autorin, Ulla Spörl, kamen in ihrem Schaffen nicht an Otto Dix, dem großen Maler der Stadt vorbei, dessen 125. Geburtstag Gera in diesem Jahr feiert. Annerose Kirchner spürte in ihrem 2014 erschienenen Buch „Dix und Dix“ Menschen nach, die mit Otto Dix den Namen gemeinsam tragen, teilweise verwandt mit ihm sind und fand interessante Hintergründe heraus.

Ulla Spörl mit Dix auf Sendung

Ulla Spörl schuf eine im vorigen Jahr abgeschlossene vierteilige Dix-Romanbiografie. Auch sie wird sich eine Stippvisite in Leipzig gönnen und teilt mit: „Mein Verleger, der auch gleichzeitig einen Radiosender betreibt (Radio Wanderbühne, Link:http://radiowanderbuehne.org /), macht auf jeden Fall eine Klangfarben-Sendung von der Buchmesse für alle Thüringer Freien Radios: Am 20. März , also am Messe-Sonntag und am 21. März wird diese Sendung dann auf allen Frequenzen ausgestrahlt. Er nimmt mich während eines gemeinsamen Besuchs am Messe-Donnerstag auf einen Rundgang zu verschiedenen Thüringer Verlagen mit und will mich mit einer Lesung aus dem neuen Dix-Roman „Zum Ziel durchs reife Korn – Spätwerk und Lebensabend des Otto Dix“ in eine weitere Sendung zur Messerückschau am 27. März einbinden.“