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01.05.2015

Geburtstagswunsch zum 85-jährigen Jubiläum der Bücherei erfüllt: Regisseur Andreas Dresen als Gast

Andreas Dresen (links) und Hans-Dieter Schütt im Gespräch im Kinocenter UT99 anlässlich des 85. Jubiläum der Greizer Stadtbibliothek. Foto: Melanie Riedel

Am Mittwochabend konnte der Zuschauer einen der international erfolgreichsten deutschen Regisseure in Greiz erleben. Anlässlich des 85. Jubiläums der Stadtbibliothek war Andreas Dresen zu Gast.

Greiz. Erst im Februar stellte Andreas Dresen seinen Film „Als wir träumten“ als Wettbewerbsbeitrag bei der Berlinale vor. Am Mittwochabend kam der international anerkannte Regisseur zusammen mit dem Autor seiner Biografie „Glücksspiel“, Hans-Dieter Schütt, zu einem Gespräch nach Greiz. Die Veranstaltung im Kinocenter UT 99 fand als Abschluss der Woche des Lesens und anlässlich des 85. Jubiläums der Stadt- und Kreisbibliothek Greiz statt. Auch die Thüringer Literatur- und Autorentage wurden im Rahmen der Veranstaltung eröffnet.

Zu Beginn der Veranstaltung hielt Corina Gutmann eine rührende Rede zur Feier des Jubiläums. „Das Haus ist immer voller Menschen, egal ob jung oder alt. Die Bibliothek am Kirchplatz ist ein Platz mit großem Herz“, so die Büchereichefin. Auch bei ihren Mitarbeiterinnen bedankte sie sich überschwänglich.

Dass Andreas Dresen zur Feier nach Greiz gekommen ist, freute sie besonders. „Als Martin Straub mich fragte, was ich mir zum 85. Geburtstag wünsche, antwortete ich nur: Andreas Dresen“, sagte Gutmann lachend. Schließlich konnte der Ehrenvorsitzende des Lesezeichen e. V. den Wunsch erfüllen und gratulierte selbst in einer Rede. „Ihr seht blendend aus für eure 85 Jahre“, witzelte Martin Straub.

Zu Beginn des Gespräches mit Andreas Dresen und Hans-Dieter Schütt wurde passend zum Bibliotheksjubiläum die Wichtigkeit von Drehbüchern für Filme angesprochen.

Dresens Filme beschäftigen sich meist mit Menschen wie du und ich. „Normale Leute kommen nur selten im Fernsehen vor. Man sieht nur Menschen, die entweder ganz oben oder ganz unten sind. Aber die mittelständigen Leute halten unser Land am Laufen. Deswegen interessieren sie mich. Ich bin mir sicher, dass man über jeden in diesem Saal einen interessanten Film drehen kann, wenn man nur genau hinsieht“, so Andreas Dresen. Dafür erhielt er sofort großen Applaus.

Dresens Film „Als wir träumten“ beschäftigt sich mit fünf Jugendlichen in der Wendezeit in Leipzig, die versuchen, sich ihre Welt aufzubauen. Zu seiner eigenen Karriere sagt Dresen, dass er viel Glück hatte. „Talent und Fleiß reichen manchmal einfach nicht aus. Ich habe viel Glück gehabt und zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort die richtigen Leute getroffen. Die Umstände spielen eine große Rolle, wenn man in der Branche Fuß fassen will“, so Andreas Dresen. Auch von seiner Beziehung zu Clemens Meyer, dem Autor des Buches von „Als wir träumten“, sprach Dresen ausführlich.

Nach dem Gespräch stellte der Regisseur eine Geschichte aus seiner Biografie vor, die er genauso erlebt hatte, wie er sie vorlas. Darin ging es um Warteschlangen an Flugplätzen und um ein russisches Hotel mit Gefängnisatmosphäre.

Im Anschluss an Gespräch und Lesung gab es auch die Möglichkeit, Bücher von Andreas Dresen und Hans-Dieter Schütt signieren zu lassen. Die Mitarbeiter der Buchhandlung Bücherwurm hatten einen Stand aufgebaut, an dem man „Glücksspiel“ kaufen konnte. Nach einer kurzen Pause konnten die Gäste Dresens Film „Als wir träumten“ im Kino sehen. Im November wird Clemens Meyer ebenfalls für eine Lesung nach Greiz kommen.