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16.06.2009

Emmerlich zeigt in Ranis viele Seiten als Künstler

von M.K Ostthüringer Zeitung

Emmerlich zeigt in Ranis viele Seiten als Künstler


Gunther Emmerlich

Dresdner liest und swingt vor 250 Besuchern
Ranis (M. K.). Gunther Emmerlich sorgte am Sonntagabend für einen würdigen Abschluss der 12. Thüringer Literatur- und Autorentage in Ranis. In seinem Lesekonzert vor 250 Besuchern im Burghof sang und swingte der gebürtige Eisenberger und überraschte beim Lesen aus seiner Autobiographie "Ich wollte mich mal ausreden lassen".
"Ich hätte nicht gedacht, dass er so amüsant ist", sagte der Pößnecker Thomas Krummrey. Ehefrau Birgit ergänzte: "Wirklich sehr gut, wie er die Besucher unterhält." Mehr als zwei Stunden nahm sich Emmerlich für sein Publikum Zeit, dabei unterstützt vom Dresdner Swing-Quartett. "Seine Stimme pendelt zwischen Bariton und Bass. Wenn eine Frau eine Altstimme hat, dann könnte sie hier wunderbar mitsingen", schwärmte die Pößnecker Buchhändlerin Gabriele Könitzer für den Sänger. Derweil kam Könitzers Kollege Jürgen Gottstein schon am Nachmittag zur Mikrofonprobe auf seine Kosten, als Emmerlich mehrere Ritter-Fips-Gedichte aus der Feder des Komikers Heinz Ehrhardt darbot. Die mittelalterliche Kulisse, so verriet der Stargast am Abend, würden ihn an die Ritter-Fips-Verse erinnern. "Man möchte ein ganz anderes Programm zelebrieren", sagte deshalb Emmerlich auf der Burg.

"Er ist ein Typ. Und das ist gut so", war auch der Raniser Manfred Baum von Emmerlichs Künsten begeistert. "Mir gefällt die Leichtigkeit seiner Darbietung. Er geht so gekonnt mit dem schwierigen Thema DDR um, wie man es sich nicht besser wünschen kann. Ich bin begeistert, von seiner Musikalität ganz zu schweigen", fand der Herschdorfer Walter Peter, während der Pößnecker Gerd Krökel die "warne Austrahlung" des Künstlers schätzte. Unter den Besuchern weilten auch ehemalige Musikerkollegen aus Bad Lobenstein. Dort war Emmerlich vor 45 Jahren Mitbegründer der noch heute existierenden Formation "Studio 64".

"Wo Emmerlich draufsteht, steckt auch Emmerlich drin", schreibt der Dresdner Wolfgang Stumph im Vorwort der Biographie seines Freundes. Aus der gemeinsamen Tätigkeit im DDR-Fernsehen ("Showkolade") stammt "Stumpis" Satz "Herr Emmerlich, darf ich Sie mal unterbrechen". Und Emmerlich antwortete mit dem Titel seiner Autobiographie mit einer Portion Selbstironie. Dieses Talent zum Schreiben stellte der Musiker, der neben anderen Auszeichnungen mit dem Bambi und dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden ist, am Sonntag einmal mehr unter Beweis. Stumph beschreibt seinen Kollegen als einen Künstler, "der sich nichts vorschreiben" lasse. "Sie brauchen keinen Ghostwriter für Ihre Geschichten", lässt Stumph Leser und Emmerlich-Fans wissen.