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30.09.2006

Ein Festakt mit Kneipenmeile

von Frank Quilitzsch TLZ

Weimar. (tlz/fqu) Mit einer öffentlichen Festveranstaltung im Weimarer Residenzschloss und einem Lesemarathon an ausgewählten Plätzen der Klassikerstadt begeht am heutigen Sonnabend die Literarische Gesellschaft Thüringen ihr 15-jähriges Bestehen. Der "Literarische Stadtspaziergang" beginnt im Schloss, wo es ab 11 Uhr eine Ansprache und Kurzlesungen von Thüringer Autoren gibt, die von Christoph Theusner auf der Gitarre umrahmt werden. Weitere Lese-Stationen sind: die Albert-Schweitzer-Gedenkstätte (13.30 Uhr), der Kutschenraum des Goethehauses (14.30 Uhr), das Kirms-Krackow-Haus (15.30 Uhr) und das Römische Haus im Ilmpark (16.30 Uhr).
Die Spaziergänger dürfen sich auf preisgekrönte Dichter wie Gisela Kraft und Wulf Kirsten freuen, ferner auf Marie-Elisabeth Lüdde, Jens-Fietje Dwars oder Kathrin Groß-Striffler, und können, wenn sie am Abend von einer Kneipe zur anderen wechseln, auch noch Doppellesungen mit weiteren Autoren erleben. Die "Literarische Kneipenmeile" führt ab 18 Uhr von "Johanns Hof" über die "Hibrido-Lounge" zum "Anno 1900" und endet 22 Uhr im ACC; der Eintritt ist allerorten frei.

Die Literarische Gesellschaft, Thüringens mitgliederstärkster Literaturverein, hatte sich 1991 mit dem Ziel gegründet, die Sprachlosigkeit zu überwinden, Leseförderung zu betreiben und der Literaturszene frische Impulse zu verleihen. Die Thüringer Literaturtage wurden ins Leben gerufen, Workshops und Lesekonzerte veranstaltet, die Mitteldeutsche Lyriknacht aus der Taufe gehoben und mit dem "Buchlöwen" ein origineller Schreibwettbewerb für Kinder gestartet. Unter dem Label Edition Muschelkalk gibt der Verein sogar eine eigene Buchreihe mit Werken Thüringer Autoren heraus, die mittlerweile auf 21 Bände angewachsen ist.

In den 15 Jahren hat die Literarische Gesellschaft einige Metamorphosen durchlaufen. Von ihren Gründervätern, den Schriftstellern Wulf Kirsten und Henning Pawel, ist nur ersterer geblieben. Inzwischen wurde erkannt, dass es einer engeren Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Lese-Zeichen e. V, dem Bödecker-Kreis, den Bibliotheken und Kulturämtern bedarf, um Größeres zu bewegen ist. Als gemeinnütziger Verein wird die Literarische Gesellschaft von Land und Kommunen unterstützt. Da öffentliche Zuwendungen schrumpfen, kommt der Sponsorensuche wachsende Bedeutung zu. Einige Projekte, wie die Muschelkalk-Edition und der 2005 erstmals vergebene Thüringer Literaturpreis, werden zum Beispiel vom Energieversorger e.on unterstützt.

@ Gesamtprogramm unter: www.literarische-gesellschaft-thueringen.de