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27.06.2005

Zwei Leitern stehen für die Schweizer Bergwelt

von mko Ostthüringer Zeitung

Henning Hacke mit etwas anderem "Wilhelm Tell"

Ranis (OTZ/mko). Friedrich Schillers "Wilhelm Tell" kennt jeder als Drama. So würde man den Stoff allzu jungen Menschen nicht empfehlen. Es sei denn, Puppenspieler Henning Hacke führt den Klassiker auf.

Der Solo-Schauspieler aus Weimar inszeniert Schillers Stück mit elf Marionetten spannend und unterhaltend, ohne es in der Aussage zu verfälschen. Dabei haben Kinder ihren Spaß, aber auch Erwachsene, wie sich am Samstagnachmittag auf Burg Ranis zeigte, wo der Theatermann einen Programmpunkt der Thüringer Literatur- und Autorentage bestritt. Ein Tisch und zwei Leitern, die für die Schweizer Bergwelt standen, reichten ihm fast schon an Requisiten, und so ist es erstaunlich, was Hacke mit einem Minimum an Material, den elf Puppen, seiner Stimme und seiner Mimik zauberte. Tells legendären Pfeilschuss auf den Apfel auf dem Kopf des eigenen Sohnes brachte Hacke unerwartet fesselnd dar.

Bevor Regen die Literaturgemeinde in den Roten Salon der Burg wechseln ließ, waren im Hof auch Klarinettisten und Keyboarder der Musikschule Pößneck zu hören. Sie warben damit für einen weiteren kulturellen Höhepunkt - das Schuljahresabschlusskonzert am 10. Juli um 15 Uhr in der Pößnecker Shedhalle.