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29.08.2012

Zurück an früherer Wirkungsstätte

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Friederike Kenneweg (links), Raniser Stadtschreiberin 2007/08 und Teilnehmerin am Zeichenkurs in Ranis, mit der Lyrikern und Kursleiterin Daniela Danz zur Sommerwerkstatt 2012. Foto: Mario Keim

Ranis Es passiert nicht allzu oft, dass ehemalige Raniser Stadtschreiber zurück an ihre frühere Wirkungsstätte kehren. Ausgeschlossen ist es natürlich nicht. Gleich mehrere Tage weilte Friederike Kenneweg als Gast in der Burgstadt. Vom Mittwoch bis Sonntag war die Stadtschreiberin des Jahrganges 2007/08 Teilnehmerin der 14. Sommerwerkstatt „Sehen, Malen, Schreiben“ (OTZ berichtete). Den Reiz dieser Veranstaltung kannte sie aus dem Jahr 2006, als sie bereits einmal teilgenommen hatte. In diesem Jahr hatte sich die Wahlberlinerin dem Zeichenkurs der Gothaer Malerin Bettina Schünemann angeschlossen.

Überredet zur Mitarbeit in Ranis hatte sie der Berliner Literaturstudent Christian Wöllecke. Der frühere Thüringer war ebenfalls schon einige Male auf der Burg. „Ich wollte den Jugendlichen nicht den Platz streitig machen und habe deshalb bei den Veranstaltern angefragt, ob ich kurzfristig mitmachen kann“, freute sich Friederike Kenneweg, die beim Lesekonzert am Sonnabend ein paar eigene Texte las. Dort zeigte sie auch ihr schauspielerisches Talent, als sie die Bedienungsanleitung eines Pinsels theatralisch vortrug und dafür viel Applaus erhielt. Die vielseitige Künstlerin, die von 2000 bis 2006 in Gießen Angewandte Theaterwissenschaft studiert hat, beschäftigt sich neben dem Schreiben außerdem mit Musik, Sounddesign und Hörspiel. Schon während des Studiums widmete sie sich in dem institutseigenen Tonstudio der Arbeit mit Klängen und gesprochener Sprache und gestaltete die Soundebene für Bühnenstücke. Seit April 2010 arbeitet sie regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen in Berlin-Neukölln. Im Rahmen einer Nachmittags- und Ferienbetreuung schreibt die 32-jährige mit ihnen Geschichten und Mini-Reportagen, führt ein gemeinsames Tagebuch und realisiert mit ihnen kleine Hörspiele.

Während ihres mehrtägigen Aufenthaltes in der Burgstadt kam es auch zu Begegnungen mit Elke Francke, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, und Hubert Weiße, Gastwirt der „Schmiede“. Beide waren enge Bezugspersonen während ihres Aufenthaltes als Stadtschreiberin, in dessen Folge die unterhaltsame Erzählung „Geschichten aus der Winterhand“ entstanden ist.
„Ich habe mich sehr gefreut über das Wiedersehen und hatte eine gute Zeit in Ranis“, sagte Friederike Kenneweg bei ihrer Abreise am Sonntag.