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05.05.2007

WortKlang - Symbiose auch Klang und Wort

von Marsch Ostthüringer Zeitung

Rapper MachOne und Vater Uwe Kolbe mit beeindruckendem Auftritt in Bibliothek

Greiz (Marsch). In sieben Thüringer Städten lesen in diesem Jahr unter dem Motto "WortKlang - Lyrik im Konzert" Lyriker aus ihren Werken. Es ist eine Reihe, die die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Lese-Zeichen e. V. initiiert haben. "Lyrik muss einfach unter die Leute", unterstrich die Greizer Bibliothekschefin Corina Gutmann das Ziel. In Greiz gab es am Donnerstagabend eine besondere Konstellation: Lyrik und Rap. Uwe Kolbe, Jahrgang 1957, und Sohn Christoph Bodenhammer alias Rapper MachOne, Jahrgang 1979, zelebrierten eine Symbiose aus Klang und Wort. Zwei Generationen - zwei verschiedene Poesiesprachen? Könnte man vermuten. Während sich Kolbe auf seine eigene, innere Art auf die Reise nach Bildern, Geschehnissen und Worten für die Welt begibt, zieht MachOne durch die Straßen von Berlin, um sein eigenes Leben zum Thema zu machen.
Doch haben die Texte des Lyrikers Uwe Kolbe und die Lyrics von MachOne, dem Rapper, der die "Szene" und Kritiker mittlerweile überzeugt, auch ihre Schnittpunkte. Wenn sie miteinander auftreten, legen sie ihre ganz eigenen Sprachen nicht nur neben-, sondern auch übereinander, beispielsweise im Eingangsgedicht "Der Weg um den See". MachOne will seine Texte fühlen und seinem "Hang zum Realismus" folgen, Kolbes Lyrik führt mitunter ins Uneindeutige, doch machen beide aus ihrer Ratlosigkeit zu den Dingen des Lebens keinen Hehl. Gesellschaftskritisches wie im Titel "Suff" von MachOne zur Thematik Drogen-und Alkoholmissbrauch, die Darstellung des Generationskonfliktes in "Schütze deine Eltern" oder "Mein Weg" machen betroffen. Heiter und selbstironisch dagegen das Gedicht "189 Zentimeter", in der Uwe Kolbe seine eigentliche "Kleinheit" mit fein gesponnener Ironie sprichwörtlich auf die Schippe nimmt.

Kolbe steckt ganz in seinen Texten. Er staunt und denkt, er fühlt und stellt Fragen; identifiziert sich völlig mit dem Geschriebenen. MachOne spricht Klartext, ohne Geschnörkel, im Rapper-Jargon. "Klar, man muss wohl drauf stehen", besänftigte der 28-Jährige beim Blick in einige Zuhörergesichter die Leute, die textlich temporär dem Battle-Rap nicht ganz folgen können, in dem der "Gegner in Grund und Boden gequatscht wird".

"Einfach super", fanden Dominique Lindner und Mandy Kross das Gehörte. "Texte und Musik waren so, wie das Leben wirklich ist." Sebastian Grundmann und Christoph Hartmann, Elftklässler des Greizer Gymnasiums, waren eigentlich wegen Uwe Kolbe gekommen, der am Nachmittag vor den Schülern referierte. "Aber MachOne war auch einfach genial" schwärmten die beiden Gymnasiasten, die sich für diese Art von Musik sehr interessieren.