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18.12.2003

Wort-Netzwerker

von Heinz Stade Thüringer Allgemeine

Soviel Ranis war selten. Das Ostthüringer Städtchen, gekrönt von einer Burg, die Ministerin Dagmar Schipanski gestern in Erfurt zur "Literaturhochburg" erhob, stand ziemlich am Anfang einer Entwicklung, deren vorläufiger Höhepunkt die Übergabe des Thüringer Kulturpreises 2003 gestern an den Jenaer Verein Lese-Zeichen war.

Den Preis bekam das 35 Mitglieder zählende Team für die Vielfältigkeit der Projekte, mit denen die Lust auf Lesen und Schreiben geweckt wird, für das außerordentliche Engagement gegenüber jungen Schreibtalenten und - dies vor allem - für die Vernetzung ähnlich gelagerter Interessen anderer Thüringer Vereine, Institutionen, Bildungsträger usw. Vor allem die Burg Ranis hat sich dafür als gleichermaßen fester wie intimer Ort etabliert. Dass dies dem eifrig Klinken putzenden Geschäftsführer des Vereins, Dr. Martin Straub, zuallererst zu danken ist, ward ihm gestern mehrfach bescheinigt.

Die dem Verein von der Thüringer Schlösserstiftung kostenlos zur Verfügung gestellte Burg Ranis bedarf, um zu einer wirklichen Begegnungsstätte zu werden, noch viel bauliches Engagement. Auch wenn davon gestern offiziell keine Rede war: Von den insgesamt 8,4 Millionen Euro, die Thüringen zwischen 2004 und 2006 aus dem europäischen Regionalfonds für Denkmalpflege bekommt, wird neben Schloss Friedenstein in Gotha, neben Schloss Burgk, dem Kyffhäuser und dem Bachhaus Eisenach die "Literaturburg" Ranis profitieren, wie diese Zeitung von Stiftungsdirektor Helmut-Eberhard Paulus erfuhr.

Was mit den 12 800 Euro Preisgeld geschieht? Man werde es zu verdoppeln versuchen und für laufende und neue Projekte einsetzen, so der Vorstand. Straub wird konkreter: mit der Stiftung Klassikstiftung und der Musikhochschule eine anspruchsvolle musikalisch-literarische Reihe auflegen.