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11.01.2008

Wird uns die Kultur zu teuer?

von Frank Quilitzsch TLZ

Weimar. (tlz/fqu) Das Land zieht sich aus der Förderung von Literatur und Kunst immer mehr zurück. Die Vereine und Gesellschaften sind froh, wenn sie private Sponsoren finden. Werden die Künstler dadurch zu Werbeträgern der Industrie? Der Thüringer Literaturpreisträger Ingo Schulze spricht von einer "Tendenz zur Refeudalisierung des Kulturbetriebes" und steht dabei hinter einem Pult, an dem das Logo des Preisstifters E.ON prangt.
Es sei ein Armutszeugnis, so der Schriftsteller Schulze, wenn ein Land wie Thüringen für den alle zwei Jahre zu vergebenden Literaturpreis keinen Cent bereit stellt. Die Arbeit der Thüringer Literaturvereine wird vom Kultusministerium jährlich mit ca. 70 000 Euro unterstützt. Dazu kommen Gelder für Projektmanagerstellen - zu wenig, meinen die zum größten Teil ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder. Aber nicht nur die Schriftsteller, auch die Theater, Orchester, Musikschulen und soziokulturellen Vereine leiden unter dem strikten Sparkurs der Landesregierung.

"Wird uns die Kultur zu teuer?" - Dieser Frage geht auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Literarischen Gesellschaft Thüringen (LGT) ein Podium nach, an dem neben dem Literaturpreisträger Ingo Schulze der Nordhäuser Theater-Intendant Lars Tietje, Christoph Schmitz-Scholemann von der LGT, der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Döring, der Kardiologe und Stifter Prof. Julius Michael Curtius und Kultus-Staatssekretär Prof. Walter Bauer-Wabnegg teilnehmen. Moderation: Michael Hametner vom MDR.

! Podium am Montag, 14. Januar, 20 Uhr, im mon ami Weimar