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12.03.2010

Wenn ich schreibe bin ich in einer anderen Welt"

Ostthüringer Zeitung




Naitschau (OTZ). "Gerade weil die Wirklichkeit oft nicht so ist, wie wir uns das wünschen, sollten wir uns ab und zu verzaubern lassen. Dazu braucht man nichts weiter als einen Zauberstab. Oder ein gutes Buch." - Das sind die Worte der Kinder- und Jugendbuchautorin Verena Zeltner, die auch für die OTZ-Kinderseite schreibt.

Die 58-Jährige aus Neunhofen bei Neustadt an der Orla war gestern zu Gast in der Grundschule Naitschau, die derzeit eine "Woche des Lesens" veranstaltet (OTZ berichtete). Den Erst- bis Viertklässlern las die Autorin aus ihrem Buch "Prinzessin Fledermaus" vor. OTZ erzählte sie über ihre Passion und Inspiration zum Schreiben.

Die 58-Jährige aus Neunhofen bei Neustadt an der Orla war gestern zu Gast in der Grundschule Naitschau, die derzeit eine "Woche des Lesens" veranstaltet (OTZ berichtete). Den Erst- bis Viertklässlern las die Autorin aus ihrem Buch "Prinzessin Fledermaus" vor. OTZ erzählte sie über ihre Passion und Inspiration zum Schreiben.

Frau Zeltner, wie wird man von einer Diplom-Wirtschaftsingenieurin (FH) zu einer Kinder- und Jugendbuchautorin? (lacht) Eigentlich war es schon immer mein Kindheitstraum, Bücher zu schreiben. Doch ich wusste nie so richtig, wie ich meinen Traum verwirklichen kann. So erlernte ich zunächst den Beruf der Industriekauffrau, anschließend absolvierte ich ein Studium an der Fachschule für Ökonomie Plauen zur Diplom-Wirtschaftsingenieurin (FH).

Das Schreiben konnten Sie aber auch in dieser Zeit nicht lassen, oder? Nein, natürlich nicht. Nach einem einschneidenden Erlebnis habe ich dann endgültig beschlossen, mich hauptsächlich meiner Passion, dem Schreiben, zu widmen.

Seitdem sind viele Bücher von Ihnen erschienen, Sie sind oft zu Lesungen in Schulen und Bibliotheken unterwegs. Was möchten Sie damit bewirken? Dass die Kinder neugierig werden. Nicht nur auf meine Bücher, sondern auch auf das Lesen an sich. Ohne Lesen geht gar nichts im Leben.

Wie ist die Resonanz der Kinder? Super, sie stellen viele Fragen, wollen viel wissen oder am liebsten gleich das Buch haben. Für mich ist Resonanz jeder Art sehr wichtig, denn wenn ich schreibe, bin ich in einer anderen Welt - in einer Welt, in der ich alleine bin. Ich liebe diese Welt, aber ich mag es auch, aus ihr auszubrechen und meine Bücher dem Publikum vorzustellen.

Wo kommen all die Ideen für Ihre Bücher her? Oje, das ist eine schwierige Frage. Ich kann es selbst nicht genau nachvollziehen. Überall findet man irgendetwas, das sich verarbeiten lässt. Ein OTZ-Artikel über Analphabetismus hat mich zum Beispiel erstaunt und erschüttert zugleich - und mich dazu veranlasst, das Thema in meinem Buch, "Indianer weinen nicht", aufzugreifen.

Haben Sie selbst als Kind viel gelesen? Oh ja! Grimms Märchen, von vorn bis hinten und wieder zurück.

Im Märchen darf man sich oft etwas wünschen. Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären es? Ich würde mir wünschen, dass ich einen großen Verlag finde für "Indianer weinen nicht", dass ich gesund bleibe und dass ich weiterhin so viele Ideen habe.

Interview: Ute Flamich Verena Zeltner ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller, der sich an der Leipziger Buchmesse vom 18. bis 21. März beteiligt. Auch sie ist in Leipzig dabei und liest am 20. März, 15 Uhr, im Gutshof Stötteritz, in der Oberdorfstraße 15, aus ihrem Buch "Prinzessin Fledermaus".

 www.verena-zeltner.de