Presse - Details

 
10.06.2006

Weißensee märchenhaft

von Jörg Sauerbier Thüringer Allgemeine

Mit einem Sektempfang und einem barocken Märchenabend begann am Donnerstag im Weißenseer Rathaus offiziell das Thüringer Märchen- und Sagenfest 2006. Die Stadt Weißensee, die Thüringer Tourismus GmbH und der Verein Lese-Zeichen Jena luden zu Märchen aus dem Pentamerone des Giambattista Basile mit dem Berliner Erzähltheater Fabuladrama ein.

WEISSENSEE (js). Seit reichlich einer Dekade wächst das Märchen und Sagenfest in Thüringen. Hervorgegangen aus einer Initiative des Vereins Lese-Zeichen Jena sind inzwischen jedes Jahr achtzig bis neunzig märchenhafte Veranstaltungen in ganz Thüringen zu verzeichnen. Die Reihe wird mit Mitteln des Thüringer Kultusministeriums und eines Sponsorenessens des InterCity Hotels Erfurt unterstützt. Doch braucht es bei der hohen Zahl der Veranstaltungen wenig Phantasie, um sich vorzustellen, wie viele rührige Köpfe weitestgehend ehrenamtlich für diesen Angebotsreichtum tätig sind. Von Märchenerzählern über Puppenspiel bis zu großen Inszenierungen, wie dem Altenburger Prinzenraub, reicht die Palette.Im Kreis Sömmerda finden dieses Jahr sechs Veranstaltungen statt, fünf davon allein in Weißensee. Im Juli besucht eine Märchenfee die Historischen Burgfestspiele Weißensee, im August gibt es Märchenhaftes am Ufer der Unstrut in Sömmerda, im September spielt Reinhard Lakomy zum Traumzauberfest in Weißensee (von TA präsentiert) und im November sind die Märchenerzählerin Ilse Liebs sowie das Puppentheater "schwarz weiß" im Weißenseer Rathaus zu Gast. Mittlerweile fester Bestandteil des Thüringer Märchen- und Sagenfests ist das Erzähltheater Fabuladrama. Zwei der Mitstreiterinnen, Sabine Kolbe und Suse Weisse, wurde 2005 der Thüringer Märchen- und Sagenpreis "Ludwig Bechstein" verliehen. Verstärkt durch Kerstin Otto tauchten Fabuladrama am Donnerstag Abend im Weißenseer Rathausfestsaal in märchenhafte gesellschaftliche Abgründe des Italien im frühen 17. Jahrhundert. Fressgelüste und Liebeshunger konnte der Abend überschrieben werden. Irrungen und Wirrungen der heiter-deftigen Art entstanden, als der melancholischen Vastoletta ein Kind angehext wurde, sich Betta ihren Herzbuben selbst buk, die stolze Renza durch die Liebe umkam und zwei Schwestern die Liebe zu einer Gans zur Goldgrube ward."Geschichten und Märchen bereichern uns nicht nur, sie halten der Gesellschaft regelrecht einen Spiegel vor", merkte der Bundestagsabgeordnete und Bürgermeister Peter Albach in seiner Begrüßungsrede an. Nur den Humor dürfe man nie verlieren, das Leben auch mit einem Augenzwinkern zu betrachten.Dem Thüringer Märchen- und Sagenfest 2006 war in Weißensee in romantischem Ambiente ein rundum gelungener und stimmungsvoller Auftakt beschieden.