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15.04.2009

Was sie entdeckt wird Poesie

von Katja Schubach TLZ

Jena. (tlz) "Es ist ein innerer Drang. Ich kann nicht anders - ich muss schreiben", sagt Romina Voigt. Ihr Fundus ist das Leben. Und alles, was ihr darin auffällt, wird zu Poesie, mit leichter Feder zu Papier gebracht. Doch der Schein trügt. "Ich bewundere, mit welcher Ernsthaftigkeit Romina Voigt an den Texten arbeitet und immer wieder unzufrieden ist", sagt Martin Straub, Geschäftsführer des Lese-Zeichen e.V. Über Monate arbeite sie an ihren Texten, probiere sie immer wieder bei Lesungen aus, so Martin Straub weiter. Und kommt es beim Publikum nicht an, so ändert sie es auch. "Das zeichnet Romina Voigt aus. Sie hat Courage vor Publikum aufzutreten und ist offen für Kritik", sagt der Germanist.

Momente des Alltags

Seit der Schulzeit schreibt die 23-Jährige Gedichte. Anfangs sind es Gelegenheitsgedichte über ihr Heimatdorf Schönnbrunn bei Schleusingen - Bilder einer Dorfgemeinschaft, der sie mit Unverständnis gegenübersteht. Als sie 2004 zum Studium nach Jena kam, sollte sich das ändern. Die Originalität der Bilder ist geblieben, doch die Inhalte wurden vielschichtiger. In dem Schriftsteller Jan Röhnert fand sie einen Freund und Förderer, der ihr Talent erkannte. "Er ermunterte mich, weiterzumachen und das Schreiben ernst zu nehmen", sagt Romina Voigt. Seitdem ist eine Reihe Gedichte entstanden, in denen sich Wirklichkeit und Imagination verbinden, Alltagseindrücke sich überlagern, aneinander spiegeln. Jetzt wagt sich die Lyrikerin erstmals auf unbekannte Pfade. "Ich will nicht zuviel verraten. Aber es wird eine Kurzgeschichte über komplexe Kunst", sagt sie.

Es sind die kleinen Momente des Alltags, um die sich die Gedichte der Autorin entspinnen. Und diese Momente bringt sie von überall her mit. Denn die Welt erkunden ist ihr Hobby. Gerade ist sie von einem dreimonatigen Aufenthalt aus Stockholm, Schweden zurückgekehrt. Dort hat sie ein Praktikum am Goethe-Institut gemacht. Und dort erfuhr sie auch, dass sie am 16. Mai für ihre Arbeit mit einem Preis des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen ausgezeichnet wird. Das unten abgedruckte Gedicht "Vor mir liegt" ist eines der drei Gedichte, die sie für den Wettbewerb eingesandt hat.

Romina Voigt ist Preisträgerin des Wettbewerbs "Junges Literaturforum".