Presse - Details

 
06.09.2014

Vom Wachsen, das nicht endet

Stefan aus dem Siepen nach seiner Ankunft auf Burg Ranis. Der Diplomat und Schriftsteller las hier am Donnerstag aus seinem aktuellen Roman „Der Riese“. Foto: Mario Keim

Stefan aus dem Siepen stellt in Ranis seinen neuesten Roman „Der Riese“ vor

Ranis (OTZ/Mario Keim). Eine märchenhafte Geschichte erzählt Stefan aus dem Siepen in seinem neuesten Roman „Der Riese“. Angesiedelt in einer schwäbischen Kleinstadt, geht es um Tilman Wölzinger, der als scheinbar ganz normaler Junge aufwächst.

Doch der junge Dachdecker wächst und wächst. Mit 17 Jahren überragt er alle, bald misst er 2,39 Meter und ist der größte Mann Deutschlands. Die Ärzte können seinem Wachstum nicht Einhalt gebieten. Er verliert seine Freundin und seinen Beruf, wird von der Presse zu „Tilman dem Riesen“ ausgerufen. Dennoch vermag er auch innerlich an Größe zu gewinnen: Er steigert sich zu einem kultivierten Menschen. Schließlich droht das Wachstum, seine Kräfte zu überfordern. Berührend und mit feinem Humor erzählt Stefan aus dem Siepen von dem erstaunlichen Lebensweg eines zeitgenössischen Riesen.
Aus seinem vierten Roman las der Autor am Donnerstag während der Lesung auf Burg Ranis.

„Es ist nicht etwa eine Krankengeschichte, es geht vielmehr um andere Dinge“, sagte der Buchautor, den es nach eigenen Angaben reizte, sich diesem Thema zu nähern. Schließlich ist Tilman auch ein begnadeter Klavierspieler.
Seinen Beruf des Dachdeckers muss er aufgebeben, er wird zur Werbeikone und zu einer öffentlichen Person. Sein 30. Geburtstag wird zur „nationalen Jubelfeier“, als er die 3 Meter-Marke knackt.

„Ich habe in Zeitungen oft Bilder von großwüchsigen Menschen gesehen. In ihrem Gesichtsausdruck fiel mir eine Mischung zwischen verlegen und Haltung bewahren auf. Es hat mich fasziniert, herauszuarbeiten, wie Menschen mit diesem Schicksalsschlag fertig werden“, sagte Stefan aus dem Siepen im Gespräch mit unserer Zeitung.

In der vom Verein Lese-Zeichen, der Stadt Ranis und GGP Media präsentierten Lesung zeigte er sich zugleich als feinfühliger Erzähler.
„Mit zarter Ironie erzählt Stefan aus dem Siepen in ›Der Riese‹ vom erstaunlichen Lebensweg eines zeitgenössischen Riesen«, schrieb die Passauer Neue Presse über dieses Buch.

Stefan aus dem Siepen wurde 1964 in Essen geboren, studierte Jura in München und trat in den Diplomatischen Dienst ein. Über Stationen in Bonn, Luxemburg, Shanghai und Moskau führte ihn sein Weg nach Berlin, wo er seit 2009 im Auswärtigen Amt arbeitet.

„Ich habe immer schon geschrieben. Ich habe zwei Berufe: Diplomatie und das Schreiben. Das Eine hat gut mit dem Anderen zu tun. In der Diplomatie lernt man viele Leute kennen. Das sind vielleicht nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um Themen zu Papier zu bringen“, erläuterte er seinen beruflichen Werdegang.