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08.03.2006

Versprecher erlaubt

von kar TLZ

Jena. (tlz/kar) Lausbuben- und Fantasiegeschichten liegen bei den Sechstklässlern im Trend. Das zeigte die Bücherauswahl der Schüler beim gestrigen Vorlesewettbewerb in der Ernst-Abbe-Bücherei. Zum 47. Mal initiierte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den größten bundesweiten Lesewettbewerb.
15 Jenaer Schulsieger hatten sich im vergangenen Herbst für den Stadtausscheid qualifiziert, unter ihnen lediglich zwei Jungen. Die vielen Mädchen machten den kleinen Theodor Borrmann mit dem blonden Wuschelkopf nicht nervös. Der zweite Teil des Wettbewerbs bereitete ihm Sorgen. In der ersten Runde hatten die Schüler Textpassagen aus ihren Lieblingsbüchern ausgewählt. Erstaunlich viele griffen dabei zu den Jugendromanen der Erfolgsautorin Cornelia Funke aus Hamburg. Doch nach der Pause hieß es dann: Laut vorlesen; und zwar aus einem völlig unbekannten Buch. Die Moderatorin der Veranstaltung und Bibliothekarin Ulla Römer hatte sich für den Roman "Wir zwei gegen den Rest der Welt" von Michele Ivy Davis entschieden. "Viel wörtliche Rede sollte in den Textpassagen vorkommen, damit die Schüler Möglichkeiten haben, den Text leben zu lassen", so die Moderatorin. Versprecher sind erlaubt. Was zählt, sind Flüstern und Zeichen von Empörung an den richtigen Textstellen. Wer betont liest und zu seinem Publikum hoch schaut, hatte bei der sechsköpfigen Jury eine Chance. Am Ende wurde entschieden: Rosa Buchartowski von der Jenaplanschule kommt in die nächste Runde und Maria Bing wird die Jenaer Gymnasien auf Länderebene vertreten.