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27.03.2004

Verquickungen vor und nach der Wende

TLZ

Jena. (tlz) Am kommenden Montag stellt Hans-Henning Paetzke, einer der bedeutendsten Übersetzer ungarischer Literatur, seinen Roman "Die gelöste Zunge - Ein Leben unter Fremden" in Jena vor. Das Nachwort zu dem Buch verfasste György Konrád. Paetzke hat wesentliche Werke von Konrád ins Deutsche übersetzt. Einführung und Moderation der von Lese-Zeichen e. V. und Ernst-Abbe-Bücherei veranstalteten Lesung übernimmt der ungarische Autor György Dalos.
Über den Roman von Hans Henning-Paetzke, dessen Entstehungsprozess er begleitete, schreibt Dalos: "Der Übersetzer ist jemand, der sich gern versteckt. H.-H. P. ist einer der eingeweihtesten Dolmetscher der ungarischen Literatur. Fiktiven und tatsächlichen Schicksalen hat er seine Sprache geliehen ... von Peter Esterházy bis György Konrád. Dass er in jene außergewöhnlichen Laufbahnen mit besonders tiefer Empathie einzutauchen vermochte, das ist seinem eigenen höchst wechselvollen Lebenslauf zuzuschreiben."
"Die gelöste Zunge" ist ein Roman mit autobiografischem Hintergrund. Über das Schicksal des Helden gibt der Autor einen eigenen Einblick in deutsche Geschichte, insbesondere in ostdeutsche. György Dalos interessiert die Verquickung der Lebensgeschichte seines Helden mit den ungarischen Verhältnissen vor und nach der Wende. Schon in seinem Roman "Seilschaften" wurden die deutsch-ungarischen Verstrickungen thematisiert.
! Lesung: Montag, 29. März, 19. 30 Uhr, Ernst-Abbe-Bücherei Jena