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18.10.2007

Verlorenes Jena - Dichterhäuser

von Anja Tautenhahn TLZ

Jena. (tlz) Gleich zweimal wurde sie im vergangenen Jahr verlängert: die Ausstellung zum verlorenen Jena mit den Glasplattenfotografien des Stadtmuseums. Der zweite Teil dieser Ausstellung mit dem Schwerpunkt "Dichterhäuser aus fünf Jahrhunderten" wird nun, vom 22. Oktober bis 3. November, in der Goethe-Galerie gezeigt.
Die 27 Tafeln, je ein Meter zwanzig hoch und 70 Zentimer breit, umfassen eine Auswahl historischer Aufnahmen der Wohnhäuser, in denen Dichter gelebt haben. "Insgesamt haben wir 3000 Glasnegative in unserem Archiv", sagt Birgitt Hellmann vom Stadtmuseum Göhre. Einer Aktion der TLZ ist es zu verdanken, dass ein Großteil gerettet werden konnten. Innerhalb kürzester Zeit kamen durch die TLZ-Leser 9000 Euro zusammen, die so das Stückchen fehlende Stadtgeschichte retten halfen. Die Negative waren vom Zerfall bedroht, wichtige Angaben fehlten und mussten mühsam recherchiert werden.

"Mit diesen Häuseransichten wollen wir auch ein paar Fehlurteile begradigen", sagt Jens-Fietje Dwars vom Palmbaum-Verlag und Verantwortlicher für das Ausstellungskonzept. Beispiel: das Romantikerhaus. "Das Wohnhaus des Philosophen Johann Gottlieb Fichte, der 1794 nach Jena kam, ist nicht das Original-Romantikerhaus." Dieses habe in der Leutragasse / Ecke Brüdergasse gestanden und sei während des Krieges zerstört worden.

Nicht nur Goethe und Schiller schufen in der Saalestadt Weltliteratur, die Romantiker gründeten hier ihre erste Künstler-WG, Hölderlin zog es an, Knebel und Voß kamen wenig später.

Zeitdokumente, Bücher, Filme und Hörproben runden die Glasplatten-Ausstellung ab. In der Mitte - am Samstag, 27. Oktober, - wird die Goethe-Galerie zum Schauplatz einer Mini-Buchmesse: Acht Jenaer Verlage stellen sich ihren Lesern vor. Ein buntes Rahmenprogramm mit Lesungen, Märchenerzähler und Theater bietet spannende Unterhaltung für jedes Alter.