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16.06.2014

Uwe Kolbe mit dem Menantes-Preis für erotische Dichtung 2014 ausgezeichnet. Der Publikumspreis ging an Nancy Hünger

von Jens-Fietje Dwars TLZ

Fotos (Jens-F. Dwars): Die Preisträger: Uwe Kolbe und Nancy Hünger.

Uwe Kolbe hat den zum fünften Mal vergebenen „Menantes-Preis für erotische Dichtung“ gewonnen. Eine Jury hatte aus 432 Gedichten und Kurzgeschichten von Autoren aus sieben Ländern fünf Finalisten ausgewählt, die am Samstag, dem 14. Juni, ihre Texte im Pfarrhof von Wandersleben bei Gotha lasen.

Den Publikumspreis errang Nancy Hünger aus Erfurt mit filigranen Gedichten. Weitere Finalisten waren Bernd Daschek (Berlin), Alex Dreppec (Darmstadt) und Boris Semrow (Berlin) Die Texte der Finalisten werden im Oktober-Heft der Zeitschrift „Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen“ erstveröffentlicht. Eine Anthologie mit den besten 33 Beiträgen zum Menantes-Preis erscheint im Herbst im quartus-Verlag Bucha bei Jena.

Das Preisgeld (2000 EUR für den Menantes-Preis und 600 EUR für den Publikumspreis) wird vom Menantes-Förderkreis der Kirchgemeinde Wandersleben gestiftet.

Der Preis ist nach Christian Friedrich Hunold benannt, der um 1700 unter dem Pseudonym Menantes „galante“ Romane, Gedichte, Opern und Konversationsbücher schrieb. Seine Texte wurden von Reinhard Keiser und Johann Sebastian Bach vertont. Doch der einst viel gelesene Autor geriet Ende des 18. Jahrhunderts in Vergessenheit. Die Kirchgemeinde in Wanders­leben, wo Hunold 1680 geboren wurde, hat ihn wiederentdeckt und in Zusammenarbeit mit dem Palmbaum e.V. eine Menantes-Gedenkstätte eingerichtet. Der Menantes-Preis für erotische Dichtung wird seit 2005 alle zwei Jahre ausgeschrieben.

Der Jury für den Menantes-Preis gehörten an: Matthias Biskupek (Schriftsteller und Kritiker), Jens-Fietje Dwars (Schriftsteller, Redakteur der Zeitschrift „Palmbaum“, Juryleiter), Dr. Cornelia Hobohm (Deutschlehrerin, Menantes-Förderkreis Wandersleben) und Kathrin Groß-Striffler (Schriftstellerin).

Begründung der Jury für die Preisvergabe:

Nirgends wuchern die Klischees so üppig und unausrottbar wie in den Bezirken der Liebe. Sie beschwingt, verleiht Flügel, macht selig und trunken – bis zur Übelkeit des Lesers, der sich daran berauschen soll. Um so ergriffener war die Jury von einem kleinen unscheinbaren Gedicht mit dem merkwürdigen Titel: „Kleinen Mannes Lied von der großen Liebe“.

Indem Uwe Kolbe uns von den Nöten des kleinen Mannes berichtet, sich der Liebe zu erwehren, besingt er ihre Größe im Spiegel der Furcht vor dem Ungeheuren, dem Bodenlosen, das aller Lust zu eigen ist und das wir nur mit schwachen Bildern zu umschreiben vermögen, immer nahe dem Klischee.

Für diesen schönen V-Effekt dankt die Jury dem Autor und verleiht ihm den Menantes-Preis für erotische Dichtung.