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13.11.2017

Totgesagte leben länger – auch Wortklang

von Tobias Schubert Ostthüringer Zeitung

Der Schriftsteller Lutz Seiler. Archivfoto: Arno Burgi

Greiz. Martin Straub, Ehrenvorsitzender des Lesezeichen e.V., ist einer der Menschen, die seit nunmehr zwölf Jahren, die Gemeinschaftsveranstaltung Wortklang des Vereins mit der Sparkassenstiftung Thüringen-Hessen, der Sparkasse Gera-Greiz und der Stadt- und Kreisbibliothek organisiert. Alle Partner würden eng bei der Wahl des Programmes zusammenarbeiten und natürlich bei der Durchführung, erzählt Straub.

Als die Reihe vor zwölf Jahren entstand, sei sie aus der Idee heraus zustande gekommen, mehr für die Lyrik zu tun und auch Schwellenangst beim Publikum abzubauen. Das sollte aber nicht nur durch eine „Wasserglaslesung“, wie es Straub ausdrückt. Deswegen wurde Musik hinzugefügt, die aber „nicht als Geranie“, also als schmückendes Beiwerk, fungieren sollte, sondern als eigenständiger Teil. Zudem strebte man von Beginn an an, nicht in die großen Zentren wie Jena oder Erfurt zu gehen, sondern in die kleineren, wie eben Greiz.

Am Anfang sei man schnell totgesagt worden, erzählt Straub, der Erfolg über mehr als ein Jahrzehnt gab den Organisatoren aber Recht. Und auch wenn man derzeit überlege, die Veranstaltung auslaufen zu lassen, um ein neues Konzept zu erarbeiten – die Aktion morgen könnte die letzte sein – so brauche man keine Angst haben: „Wir sind aber nicht aus Greiz weg.“

Für den Abschluss ist den Organisatoren noch einmal ein wirklicher Höhepunkt gelungen. Morgen ist in der Greizer Stadt- und Kreisbibliothek der deutsche Buchpreisträger und gebürtige Geraer Lutz Seiler zu Gast, der in diesem Jahr zusätzlich mit dem Thüringer Literaturpreis ausgezeichnet wurde und für den Roman Kruso weit über die thüringer und auch deutschen Grenzen hinaus bekannt wurde.

Ihm zur Seite wird Friedrich Thiele stehen, ein 1996 geborener Cellist, der laut Straub bereits mehrere internationale Preise abräumte und jüngst mit dem Preis „Ton und Erklärung“ des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet wurde. Es sei ein Musiker, „der sehr gut zu den wunderschönen Texten von Lutz Seiler passt“, sagt der Mitorganisator, da sich beide, Musiker und Dichter, durch eine „ausgesprochene Vielfältigkeit“ auszeichneten.