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08.05.2013

Thüringer Literatur- und Autorentage: Von Alice Schwarzer bis Roger Willemsen

von Ulrike Merkel Ostthüringer Zeitung

Der Park von Schloss Hummelshain im Saale-Holzland-Kreis gehört zu den Leseorten der Garten-Reihe. Foto: D. Urban

Wie verlief am Sonnabend der Start mit Thomas Thieme und seinen Gruselmärchen?

Die Lesung war super und extrem gruselig. Wir hatten in der Bibliothek auf Schloss Burgk alles abgedunkelt. Und es gab nur eine Leselampe. Die Stimme von Thomas Thieme und sein schauspielerisches Talent kamen da vollends zur Geltung.

Wieso fand der Auftakt nicht auf der Literaturburg Ranis statt?

Wir veranstalten die Thüringer Literatur- und Autorentage, nicht die Raniser. Wir wollen auch vor und nach dem Raniser Hauptwochenende Highlights bieten. Das ist eine Entwicklung, die wir bereits in den letzten Jahren eingeschlagen haben. Seit den vergangenen drei Jahren bieten wir innerhalb von acht Wochen um die vierzig Veranstaltungen in ganz Thüringen an. Wir gehen dabei auch bewusst in die Fläche, bewusst in den ländlichen Raum.

Ihre neue Reihe "Sind im Garten! - Literatur im Grünen" setzt ja auch aufs ländliche Idyll.

Genau. Insgesamt präsentiert die Garten-Reihe zwölf Veranstaltungen. Davon finden acht im Rahmen der Thüringer Literaturtage statt, vier folgen noch im August und September. Dass wir einen Großteil integriert haben, hängt auch mit der Finanzierung zusammen.

Wie entstand die Idee zur Garten-Reihe?

Wir haben in den letzten Jahren die Gartenlesungen getestet und festgestellt, dass sie ein anderes Publikum ansprechen.

Kommen zu diesen Veranstaltungen viele Gartenfreunde?

Sowohl als auch. Ziel ist es natürlich, dass die Lesungen draußen stattfinden, dass wir unter schönen Bäumen sitzen und das Vogelgezwitscher um uns haben. Aber auch inhaltlich geht es immer um das Thema Garten. Das kann ein Sachbuch sein, das eher Gäste fasziniert, die selbst einen Garten haben. Es gibt aber auch Lesungen, in denen Krimis mit Gartenbezug eine Rolle spielen. Das spricht dann wieder den Krimifan an.

Haben sie notfalls Schlechtwetter-Varianten parat?

Natürlich. Danach wurden die Leseorte ausgewählt.Sie entdecken damit auch ganz neue Veranstaltungsorte.Das ist unser zweites Ziel: Wir wollen zum Ausflug in die unbekanntere, aber wunderschöne ländliche Provinz locken.

Welche Orte sind das?

Unter anderem Lausnitz und Kospoda. Dort laden wir in private Gärten ein, die extra aufgeschlossen werden. Das Kospodaer Schloss zum Beispiel wurde von einem holländischen Paar gekauft und wieder instand gesetzt. Dort gibt es einen schönen Garten mit seltenen exotischen Bäumen, der noch von den Erbauern stammt.

Auch der Writer in Residence ist eine Novität. Was hat es damit auf sich?

Das Projekt nennt sich Raniser Wortwelten und beinhaltet drei Punkte. Die Wahl des Writers in Residence, ein themenbezogenes Lektüreseminar an der Universität Jena und eine Schreibwerkstatt für Nachwuchsliteraten mit dem Writers in Residence in Ranis. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den Lyriker Uwe Kolbe.

Welche Höhepunkte stehen als nächstes laut Festivalkalender an?

Am Sonnabend ist Gunther Emmerlich in Krölpa zu erleben. Er war schon mal vor vier Jahren unser Gast und hat damals den ersten Teil seiner Biografie gelesen. Nun kommt er mit dem zweiten Teil. Begleitet wird er vom Dresdner Swing-Quartett. Gespannt sind wir auch auf Alice Schwarzer, die am Montag in Greiz liest.In Jena wird am 22. Mai der schottische Bestsellerautor Martin Walker erwartet. Wird er auf Englisch lesen?Er schon. Es ist aber auch seine Übersetzerin zu Gast, die dann längere Passagen seiner inFrankreich spielenden Krimis auf Deutsch vorträgt. Das ist ein erster Versuch, auch ausländische Autoren einzuladen.

Mit Blick aufs große Ranis-Wochenende - welche Stars erwarten den Besucher dort?

Zur Eröffnung am Donnerstag kommt der Humorist und frühere "Titanic"-Redakteur Eckhard Henscheid. Am Samstagabend liest Roger Willemsen. Betrachtet man den Kartenverkauf, ist er unser Kassenschlager. Am Sonntagnachmittag erwarten wir Else Buschheuer und am Abend dann Wiglaf Droste mit Uschi Brüning und Luten Petrowsky.