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19.04.2013

Thüringer Literatur- und Autorentage starten am 1. Mai

von Stefanie Bühlchen TLZ

Erwartet den Mai mit Vorfreude: Anke Scheller, Projektleiterin der Thüringer Literatur- und Autorentage auf Burg Ranis. Foto: Stefanie Bühlchen

Jena/Ranis. "Ich empfinde es als großes Glück, dass wir die Nische des ländlichen Raums entdeckt haben", freut sich Anke Scheller, Projektleiterin auf Burg Ranis. Die Vorbereitungen für die 16. Thüringer Literatur- und Autorentage laufen an knapp 30 Orten auf Hochtouren. "Es geht uns um die Verbindung von besonderen Orten und Literatur", sagt Anke Scheller. Die einzigartige Atmosphäre, die beispielsweise die Kunst- und Literaturburg Ranis ausstrahle, sei für die Auswahl der Orte besonders wichtig. Und so gilt es, in den kommenden drei Monaten Schauplätze von Limlingerode bis Greiz über Jena, Krölpa und Rudolstadt zu entdecken. "Gerade im Saale-Orla-Kreis gibt es besonders schöne Landschaften und Orte", weiß Scheller.Neben Altbewährtem gibt es in diesem Jahr auch Neues zu sehen: "Sind im Garten. Literatur im Grünen" heißt die neue Veranstaltungsreihe, mit der die 16. Thüringer Literatur- und Autorentage am 1. Mai in der Villa Altenburg in Pößneck eröffnet werden. Inhaltlich steht dementsprechend das Thema Garten mit all seinen Facetten im Mittelpunkt: In zwölf öffentlichen und privaten Gärten soll gelesen werden. "Von Krimis, die im Garten spielen, bis hin zur Historie der Gartengeräte reicht das Repertoire", sagt Scheller.

Lyriknachmittage mit Musik

Neben Lesungen aus Romanen und Erzählungen werden auch Lyriknachmittage mit Musik angeboten. Mit dieser neuen Lese­reihe wird der Garten als eigene Kulturstätte geehrt. Ob wild-romantisch, minimalistisch-geometrisch oder ganz nach klassischem Vorbild: So unterschiedlich Gärten gestaltet werden, so breitgefächert sind auch die Lesungen, die in ihnen stattfinden.Bei guter Literatur im Grünen die Seele baumeln lassen und das Ganze mit einem Wochenendausflug zu verbinden, ist die Idee hinter der Garten-Offensive. Deshalb seien alle Lesungen bewusst aufs Wochenende gelegt worden. So lasse sich der "unglaublich schöne" Saale-Orla-Kreis, in dem die meisten Gartenlesungen stattfänden, hervorragend entdecken.

Höhepunkte der Thüringer Literatur- und Autorentage gibt es für Anke Scheller in diesem Jahr viele. Auf Thomas Thieme, der am 5. Mai auf Schloss Burgk liest, freue sie sich beispielsweise besonders. Thieme liest "Gruselmärchen der Gebrüder Grimm", bei denen selbst Hartgesottenen die Haare zu Berge stehen könnten. Der swingende Gunther Emmerlich ist inKrölpa zu erleben. Dort liest er aus seinem Buch "Zugabe. Anekdoten, Ansichten und anderes", singt und swingt zugleich. Alice Schwarzer trägt am 13. Mai in der VogtlandhalleGreiz aus ihrer Biografie "Lebenslauf" vor. "Auch wenn sie eine streitbare Frau ist, so ist das, was ihr Leben ausmacht, bemerkenswert", glaubt Scheller.

Poetry Slammer treffen sich zum Dichterwettstreit

Mittelpunkt der Thüringer Literatur- und Autorentage ist nach wie vor das lange Wochenende auf der Burg Ranis. Ganz im Zeichen der Palme steht dort die erste Veranstaltung am 20. Juni. Mit einer Ausstellung der Andrucke der Hefteinbände wird der 20. Geburtstag der Thüringer Literaturzeitschrift "Palmbaum" gefeiert. Zur Auftaktveranstaltung lesen Nancy Hünger, Daniela Danz und Hubert Schirneck. "Denkwürdigkeiten" bringt Eckhard Henscheid mit auf die Burg. Der Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule erzählt von vielem, was sein Leben geprägt hat: Kokosnussgeschmack, den Duft des Katholizismus und Lieblingsfeinde.

Eine recht junge Literaturströmung hält am 21. Juni Einzug in die Burg Ranis: Poetry Slammer treffen sich zum Dichterwettstreit und buhlen mit Worten um die Gunst des Publikums. Wer wissen möchte, weshalb Ostdeutsche öfter Sex und Engländer mehr Spaß hatten, kann das von Jakob Hein und Jacinta Nandi am 22. Juni erfahren.In den vergangenen Jahren haben allein 2000 Besucher die Veranstaltungen auf der Burg besucht. "Wir sind etabliert", sagt Scheller. Das es einmal so weit kommen könnte, hätten die Veranstalter des Vereins "Lesezeichen" nicht unbedingt erwartet. "Zu Beginn waren wir skeptisch. Doch es hat funktioniert."