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06.11.2002

Thüringer Kulturlandschaft droht Verödung

von Gerlinde Sommer TLZ

Was in Weimar stirbt

Weimar. (tlz) Der Thüringer Kulturlandschaft droht Verödung: Das befürchten Kulturschaffende aus Weimar. Sie melden sich in Sorge um die geistige Zukunft zu Wort: Die Kulturstadt des Jahres 1999 könnte in Zeiten knapper Kassen zum Negativ-Vorbild notleidender Kommunen im ganzen Land werden.

Auf die Suche nach Mitstreitern und intelligenten Lösungen begeben sich jetzt mit Hilfe der TLZ die vier Erstunterzeichner. "Wir haben keine alternativen Finanzierungskonzepte", erklärte Schriftsteller Wulf Kirsten, Weimarpreisträger des Jahres 1994 und mit dem morgigen Tag Schiller-Ring-Träger 2002. Doch angesichts der "historischen Tragweite des eingeleiteten Kulturbruchs" sei mit "nicht wieder gut zu machender Verarmung und Verödung" zu rechnen. Darin sehen die Vier eine Gefahr für die Gesellschaft, der es an Begegnungsmöglichkeiten fehlt.

Die Frage steht: Kann sich Weimar Kunsthalle, Stadtmuseum oder Malschule nur noch in stark abgespeckter Form oder gar nicht mehr leisten? Solche Einschnitte würden wie ein Signal wirken auf jene Orte, die auf die rapide verschärfte Finanzmisere ebenfalls nicht anders zu reagieren wissen, als mit "immer drastischeren und rabiateren Streichorgien", so Kirsten gemeinsam mit Bildhauer und Grafiker Walter Sachs, Weimarpreisträger 1999, Maler und Grafiker Horst Peter Meyer, sowie Professor Walter Steiner, Geologe und Museumsdirektor im Ruhestand., wird zum Negativ-Vorbild im Land, warnt Maler und Grafiker Horst Peter Meyer.