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23.06.2003

Thomas Bachmann neuer Stadtschreiber von Ranis

von S. B. Ostthüringer Zeitung

Jury wählt vielseitigen Künstler aus Leipzig

Thomas Bachmann heißt der sechste Stadtschreiber von Ranis. Bürgermeister Andreas Gliesing übergab dem 42-Jährigen am gestrigen Mittag die Urkunde, die dem Autoren u. a. ein 100-tägiges Wohnrecht in der Stadt versichert.

Er sei literarisch kein unbeschriebenes Blatt, sagte Andreas Gliesing über den gebürtigen Erfurter Thomas Bachmann. Er lebt seit einigen Jahren als freier Schriftsteller in Leipzig und dürfte nach dem ersten Stadtschreiber York Sauberbier der mit einem der kürzesten Anreisewege sein.

Thomas Bachmann schreibt für die Wochenzeitung "Freitag", gehört zu den Mitbegründern des Leipziger Literaturkreises, hat als Sozialarbeiter gearbeitet und bereitet derzeit die Vertonung eines Textes von Gunter Preuß vor. Zu seinen bisherigen Veröffentlichungen gehören u. a. der im Untertitel als "Krimi aus Leipzig" benannte Roman "Das Dagobert-Prinzip", "Knastlochblues" und "Stuhl im Caf-é Maitre", aus dem Thomas Bachmann gestern einige Ausschnitte vorstellte.

"Ich komme nicht ganz so leichtfüßig daher wie mein Vorgänger", gab Thomas Bachmann im Hinblick auf die Lesung seines Amtsvorgängers Jochen Weeber zu bedenken. Für ihn sei jeder Text Mittel zu Kommunikation. Als Idealzustand sieht er, wenn "im Gespräch das Gelesene zurücktritt, Autor und Zuhörer dann in Augenhöhe miteinander sprechen". Auf seine Zeit in Ranis freut er sich, die Burg hatte es ihm bereits gestern Mittag angetan: "Ich fühle mich wohl hier in der Ruhe", sagte Thomas Bachmann im OTZ-Gespräch.

Mit vielen positiven Erinnerungen im Gepäck nahm Jochen Weeber gestern Abschied aus Ranis. Der bisherige Stadtschreiber stellte seinen Band "Die grasgrüne Badehose" vor, sieben liebens- und lesenswerte Erzählungen. Diese entstanden im vergangenen Jahr.

Die Stadt Ranis, die den Stadtschreiberpreis gemeinsam mit dem Verband Deutscher Schriftsteller Thüringen ausschreibt, betreibt nach Worten von Bürgermeister und Jurymitglied Andreas Gliesing Nachwuchsförderung für junge Autoren. Der Stadtschreiber solle in dem einen Jahr ein Werk schaffen, das einen Bezug zur Stadt oder zur Region erkennen lasse. Dafür erhalte er oder sie ein Stipendium in Höhe von 1500 Euro sowie 100 Tage freie Unterkunft in Ranis, erklärte Andreas Gliesing.