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27.03.2003

Tagungskrimi in Wolfenbüttel

von Frank Quilitzsch TLZ

Weimar. (tlz/fqu) Gemeinsame Vergütungsregeln für Autoren und Übersetzer im Zuge des novellierten Urhebervertragsrechts, ein zu schaffendes Künstlergemeinschaftsrecht, "Goethegroschen" genannt, und die Situation der Schulen und Bibliotheken stehen im Mittelpunkt der 1. Fachgruppenkonferenz des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di, die am Freitag in Wolfenbüttel beginnt.

Der Landesverband Thüringen, vertreten durch seinen Vorsitzenden York Sauerbier und die Stellvertreterin Felicitas Kretschmann, wird dort zwei eigene Anträge einbringen. Zum einen schlägt er zur Verbesserung der sozialen Situation freischaffender Autoren die Gründung einer Stiftung vor. Zum andern protestieren die Thüringer Schriftsteller gegen die Präsenz der Bundeswehr auf deutschen Buchmessen.

Nach Ansicht York Sauerbiers ist es höchste Zeit, die Position des VS innerhalb der Dienstleistungsgewerkschaft zu stärken und die Arbeit der Landesverbände auf ein gesichertes finanzielles Fundament zu stellen. "Die Fachgruppe des VS weist stetig wachsende Mitgliederzahlen auf, was bei ver.di nicht die Norm ist. Die Arbeit von Freischaffenden ist anders strukturiert, weshalb ein weitgehend autonomes Arbeiten des VS auf einer gesunden Vertrauensbasis gesichert werden muss", fordert Sauerbier. Die Vergütung der Autoren und Übersetzer nennt er "eines der peinlichsten Kapitel der Verlegerzunft" und wünscht sich, dass der VS in den Verhandlungen mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels Durchhaltevermögen beweist. Auch solle der Schriftstellerverband stärker Einfluss auf die Gestaltung der Deutschlehrpläne im jeweiligen Bundesland nehmen. "Gute Autoren haben es nicht verdient, zuhause ein Schattendasein zu führen. Schullesungen und Literaturworkshops gehören in jeden Lehrplan und sollten über das Kultusministerium finanziert werden", sagte Sauerbier.

Die bis Sonntag dauernde VS-Bundeskonferenz wird von einer "Nacht der Krimiautoren", einem Auftritt Martin Walsers und zahlreichen Schullesungen begleitet.