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22.06.2016

Szenen aus dem „Fall Hodler“

von Redaktion Ostthüringer Zeitung

Matthias Steinbach, hier im Selbstporträt, setzt sich mit einem Gemälde an der Uni auseinander. Archivfoto

Jena. Nachdem Steinbach bereits im Stadtmuseum mit einer szenischen Lesung aus seinem Buch "Der Fall Hodler – Krieg um ein Gemälde 1914-1919" gastierte, folgt nun eine weitere Lesung, die eine Gemeinschaftsveranstaltung der "Freunde und Förderer der Universität" und des Lese-Zeichen e.V ist.

Zur Erinnerung: In der Universität hängt Ferdinand Hodlers Wandgemälde "Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg 1813." Entstanden als Auftragswerk der Kunstfreunde von Jena und Weimar anlässlich des 350. Gründungsjubiläums der Hohen Schule im Jahr 1908, geriet es in die Kritik, nachdem der Schweizer Maler zu Beginn der Ersten Weltkriegs im September 1914 eine Protestnote gegen die deutsche Kriegsführung in Belgien und Frankreich unterzeichnet hatte.

Um das Bild entspann sich seinerzeit einer der größten Kunstskandale des Kaiserreichs. Matthias Steinbach hat in seiner Szenenfolge vor allem die realsatirischen Seiten des Bilderstreites herausgearbeitet.

Dabei zeigt er, wie die internationale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Kunst durch eine patriotische Grundstimmung zum Erliegen kam und selbst die ästhetischen Beurteilungskriterien eines Kunstwerkes in dieser Zeit dem Primat des Politischen unterlagen.