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18.01.2006

Streiterin für die Wahrheit

von Frank Quilitzsch TLZ

Die afrikanische Journalistin Rhodah Mashavave wird in Weimar vorgestellt.

Weimar. (tlz/fqu) "Von der Gefährlichkeit der Wahrheit" ist der Titel einer Lesung in Weimar, zu der das Writers-for-Peace-Komitee des deutschen PEN einlädt. Im Mittelpunkt steht die politisch verfolgte und nach London geflohene Journalistin Rhodah Mashavave aus Simbabwe, die sich auf PEN-Initiative für ein Jahr in Darmstadt aufhält. Die Weimarer Schriftstellerin und Delegierte im Writers-for-Peace-Komitee Gisela Kraft wird den afrikanischen Gast im Gespräch vorstellen und Texte von Mashavave in deutscher Übersetzung lesen. Der Rudolstädter Autor Matthias Biskupek trägt fremde und eigene Prosa vor, die vom schwierigen Umgang mit der Wahrheit in Deutschland handelt.

Rhodah Mashavave, geboren 1979 in Kingswood/Simbabwe, schreibt in Englisch, ihre Muttersprache ist Shona. 2002 wurde sie als Reporterin der inzwischen verbotenen Zeitung Daily News erstmals inhaftiert und erneut polizeilich verfolgt, nachdem sie an einer Demonstration gegen die Mediengesetze der Regierung teilnahm. 2003 schloss sie sich der Oppositionspartei Movement for Democratic Chance an und war dort in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Während einer Demonstration wurde sie ein weiteres Mal für mehrere Tage verhaftet und im Gefängnis misshandelt. Es gelang ihr, mit einem Besuchervisum zunächst zu Verwandten nach Großbritannien zu fliehen.

Das Elsbeth-Wolffheim-Literaturstipendium für verfolgte Autoren, ausgereicht vom PEN-Zentrum Deutschland und der Stadt Darmstadt, ermöglicht es Rhodah Mashavave, ein Jahr lang an ihrem Buchprojekt über die politische Situation Simbabwes zu arbeiten. Auch darüber wird sie in Weimar sprechen.

! Donnerstag, 19.30 Uhr, Stadtbücherei Weimar