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03.09.2015

Stipendien für Schriftstellerinnen im Saale-Orla-Kreis

von Marius Koity Ostthüringer Zeitung

Die Schriftstellerinnen Antje Babendererde (M.) und?Verena Zeltner (r.) während der Feier zur Ver­leihung der Stipendien in der Kleinen Synagoge in Erfurt. Foto: Thüringer Staatskanzlei/Christian Fischer

Liebengrün/Neunhofen. So wird Antje Babendererde aus Liebengrün bei der Arbeit an ihrem nächsten Buch sechs Monate mit jeweils 850 Euro vom Freistaat unterstützt und Verena Zeltner aus Neunhofen, die ebenfalls ein neues Projekt entwickelt, vier Monate. Die Literaturförderstipendien wurden von Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), Thüringens Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Chef der Staatskanzlei, in der Kleinen Synagoge in Erfurt verliehen. Dort haben die Autorinnen auch eine gemeinsame Lesung bestritten in einem Rahmen, von dem beide in Gesprächen mit der OTZ nur schwärmten.

Antje Babendererde schreibt an einem Jugendroman mit dem Arbeitstitel „Rabenbruder“. Im Mittelpunkt steht unter anderen Charakteren ein osteuropäisches Roma-Mädchen, das ein hiesiges Gymnasium besuchen kann, ihre Herkunft aber verbirgt, bis sie von ihrer Familiengeschichte eingeholt wird. Dabei gelingt es Antje Babendererde „auf hohem literarischem Niveau den Ton zu treffen, der die junge Generation anspricht“, so die Thüringer Staatskanzlei unter Berufung auf die Jury des Wettbewerbes um die Thüringer Autorenarbeitsstipendien. „Rabenbruder“ soll voraussichtlich 2016 erscheinen.

Verena Zeltner hat im Zuge ihrer Recherchen für ihr Jugendbuch mit dem Arbeitstitel „Keiner darf es wissen...“ nicht zuletzt OTZ-Berichte ausgewertet, erzählte sie gestern. In ihrem Roman geht es um das Thema Drogen. In den Mittelpunkt stellt sie allerdings nicht den?literarisch schon oft genug verdichteten Alltag drogenabhängiger Jugendlicher, sondern ein Kind, das in einem suchtbelasteten ­Elternhaus aufwächst. „Jenseits von gängigen Klischees gelingt es der Autorin, eine authentische Geschichte zu erzählen“, so die Thüringer Staatskanzlei unter Berufung auf die Jury. Wann „Keiner darf es wissen...“ erscheinen wird, sei unklar, so Verena Zeltner. Vorher, schon in den nächsten Wochen, komme erst einmal der zwar schon 2012/2013 geschriebene, aber thematisch brand­aktuelle Band „Kornblumen­kinder“ heraus. In diesem Buch sind Episoden aus der Zeit der DDR-Zwangsumsiedlungen mit Schicksalen von Flucht und Vertreibung in der Gegenwart verflochten.