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12.12.2003

Stars des Untergrunds

TLZ

Eva Profousová, Jachym Topols Übersetzerin, begleitet den tschechischen Dichter.

Weimar. (tlz) Das Kulturamt Weimar, die Klassik-Stiftung, die Musikhochschule und der Lese-Zeichen e.V. laden zur letzten Veranstaltung der Reihe "Stimmen der Völker" ein: Am Sonnabend ist der tschechische Autor Jachym Topol mit seiner Übersetzerin Eva Profousová zu Gast in der Villa Altenburg. Topol stellt seinen bei Suhrkamp erschienenen Roman "Nachtarbeit" vor. Von der Kritik wurde der Roman immer wieder gelobt und in eine Reihe mit Elfriede Jelineks "Kinder der Toten" oder Hans Leberts "Die Wolfshaut" gestellt. In ungewöhnlicher Weise denkt Topol in diesem Roman über das Jahr 1968 nach, über aufkeimende Hoffnungen und bittere Verzweiflung.

Jachym Topol wurde 1962 in Prag geboren. Er war der Star des literarischen und musikalischen Untergrunds vor 1989 und ist wohl heute der bekannteste Autor seiner Generation. Als Sechzehnjähriger unterzeichnete er die Charta 77. Seine Zeit als Wehrpflichtiger verbrachte er mit anderen Intellektuellen in der Irrenanstalt. Er arbeitete als Heizer und Lagerarbeiter. In den neunziger Jahren studierte er Ethnologie. Seinen Durchbruch als Schriftsteller hatte er mit dem Roman "Die Schwester" (1994).

Auch diese Lesung wird musikalisch begleitet. Erneut ist Jana Bezpalcova in der Reihe "Stimmen der Völker" zu Gast. Auf ihrem Akkordeon spielt sie Werke von Georg Katzer, Bohuslav Martinu und Ole Schmidt. Wie immer wird ausreichend Zeit zum Gespräch mit Autor und Übersetzerin bleiben.

13. Dezember, 16 Uhr, Villa Altenburg, Weimar, Jenaer Straße 3