Presse - Details

 
23.12.2011

Stadtschreiberin: "Ich bin noch dabei die Gegend zu erkunden."

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Carola Gruber wird von März bis Mai 2012 in Ranis weilen. Foto: Marius Koity

Die Raniser Stadtschreiberin Carola Gruber wird sich erst im nächsten Jahr in der Stadt niederlassen, um hier am Stück ihr Ranis-Werk zu schreiben. Das sagte die 28-Jährige aus München bei ihrem ersten Stadtschreibergespräch im Gasthaus Zur Schmiede. Ranis. Hier war sie am 1. September in ihr Amt eingeführt worden.

"Ich bin noch dabei, die Gegend zu erkunden. Neugierig bin ich auf jeden Fall", sagte sie vor Literaturfreunden aus der Burgstadt. Bevor sie von März bis Mai 2012 in Ranis weilen werde, wolle sie zunächst ihr Promotionsstudium in Literaturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München beenden. "Im Januar stehen zum Abschluss mündliche Prüfungen an", so Gruber.

Sie las ihre Kurzgeschichte "Nordfriesland liegt in Neukölln" vor. Ob sie sich vorstellen könne, auch mal einen Roman zu verfassen, wollte Gabriele Könitzer von der Autorin wissen: "Für die nahe Zukunft nicht", sagte Gruber. Könitzer ergänzte: "Auf jeden Fall sollten Sie sich nicht von den vielen Romanen entmutigen lassen, die jedes Jahr erscheinen." Entscheidend sei eine Idee, waren sich beide Frauen einig.

Bürgermeister Andreas Gliesing lud die Stadtschreiberin ein, ohne Vorbehalte auf die Einheimischen zuzugehen: "Da sind die Raniser offen." Elke Francke aus der Stadtverwaltung lud Gruber ein, die Bibliothek zu besuchen um ihr die Stelle zu zeigen, "wo künftig einmal Ihr Buch stehen soll." Gliesing legte dem Gast den Besuch des Artenschutzzentrums ans Herz.

Burkhard Hellwig wollte von Andreas Berner, Vorsitzender des veranstaltenden Lese-Zeichen e. V., wissen, wann das Buch von Wehwahlt Koslovsky, dem Vorgänger Grubers, erscheine. "Das ist heute nicht das Thema", sagte Berner. Dennoch deutete er an, dass Koslovsky in einer persönlichen Krise stecke. Zugleich wurde bekannt, dass dessen Vorgänger als Stadtschreiber, Achim Stegmüller, sich einer Versicherungsgesellschaft angeschlossen habe, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Dessen Vorgänger wiederum, Hartmut Lohmann, hatte schon 2009 angekündigt, nicht vom Literaturgeschäft allein leben zu wollen. Gruber gab zu verstehen, dass sie ihre literarische Arbeit mit Tätigkeiten für verschiedene journalistische Auftraggeber verbinden werde.