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26.01.2011

Stadtschreiber will Raniser mitschreiben lassen an seinem Buch

von Ranis/ mko OTZ

Wehwalt Koslovsky sammelt die Raniser Stimmen für sein Buch. Foto: Marius Koity

„Was braucht ein Mensch, um in Ranis glücklich zu sein?“ „Nennen Sie drei Gründen, warum Jogi Löw oder Angela Merkel Ranis einen Besuch abstatten sollen?“ „Was hat sie in Ranis gehalten?“
Diese und 47 weitere Fragen finden 400 Raniser Haushalte ab heute im Briefkasten. Die Bögen gehören nicht zur laufenden Volkszählung, vielmer dienen sie einem literarischen Projekt, nämlich dem Ranis-Buch, das der Stadtschreiber Wehwalt Koslovsky bis zum Ende seiner Amtszeit verfassen will.
„Das Ganze ist ein Wagnis“, ist sich Koslovsky, zurzeit in der Schweiz unterwegs, bewusst. „Doch wer nicht wagt, der lebt die Langeweile“, lautet seine Devise. Er möchte von den Ranisern gern wissen, wovon sie tagsüber träumen und wovon nachts, worauf sie stolz sind, ob sie Büffel mögen.
In seinem Anschreiben zu seinen 50 Fragen bittet er die Burgstädter, mindestens fünf zu beantworten und bis zum 15. Februar im Bürgermeisteramt abzugeben. Wer lieber mailt als schreibt, kann ihm seine Gedanken an zentrale(at)wwalt.de senden. Es kann grundsätzlich anonym geantwortet werden. Wer aber zu seinen Gedanken steht, könne gern seinen Namen drunter schreiben. Alle Antworten werden im „gemeinsamen Schreibprozess“ verarbeitet, sollen nach einem roten Faden „möglichst unverändert“ in den geplanten Text einfließen.
Koslovsky hofft, dass sich möglichst viele Raniser auf diese Geschichte einlassen und sie buchstäblich mitschreiben, dass sie möglichst viele Fragen und nicht nur die einfachen („Mögen Sie Mozzarella?), sondern auch die Herausforderungen („Was verstehen Sie unter Fortschritt?“) beantworten. Je mehr Leute sich beteiligen, „desto spannender wird es“, verspricht der Stadtschreiber. „Und es tut weder weh, noch ist es sonderlich schwer!“ Schließlich dürften die Einheimischen am ehesten wissen, was die Stadt braucht und was nicht, was ihnen der Fasching wert ist und ob es eine Raniser Spezialität gibt. „Ich möchte eine Beziehung zu dieser Stadt aufbauen“, deshalb müsse er wissen, was die Raniser denken, so Koslovsky. „Ich bin gespannt, was die Raniser bereit sind zu geben.“
Wer Koslovskys 50 Fragen bis zum Wochenende nicht in seinem Briefkasten findet, sich aber trotzdem an der Aktion beteiligen möchte, kann sich den Bogen im Bürgermeisteramt oder auf der Burg besorgen. Komplett sind die Fragen auch im Internet auf der Seite der Stadt veröffentlicht.
Scheitert das Experiment, weil beispielsweise zu wenige Leute mitmachen, gibt es möglicherweise ein Buch über dieses Scheitern, stellt Koslovsky in den Raum. Eine erste Bilanz will er am 16. Februar um 19 Uhr ziehen, wenn in der Raniser Schmiede das nächste Stadtschreibergespräch stattfinden wird. www.stadt-ranis.de