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21.10.2013

Stadtschreiber präsentiert Buch

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Stadtschreiber Christian Wöllecke während seines Aufenthaltes in Ranis. Morgen verabschiedet er sich mit der Buchpräsentation von den Ranisern. Foto: Mario Keim

Christian Wöllecke übergibt am Mittwoch im Raniser Gasthaus Zur Schmiede sein Amt an Steve Kußin

Ranis (OTZ). Mit Steve Kußin tritt am morgigen Mittwoch der 15. Stadtschreiber in Ranis sein Amt an. Der 29-Jährige lebt als freier Autor und Schauspieler in Jena und ist Initiator der landesweiten Lesebühne „Wir auch“. Der Schriftsteller mit einer Vorliebe für Prosa folgt damit auf Christian Wöllecke, der am gleichen Abend sein Buch „Einer muss der Uke sein“ vorstellt. Beginn der Stadtschreiberlesung im Gasthaus Zur Schmiede ist 19.30 Uhr.

Dabei gibt es - wie der Uke im Titel vermuten lässt - nichts über japanische Kampfkünste zu erfahren. Was der Begriff mit Ranis zu tun hat, erfahren alle Interessenten morgen. „Zur Vorbereitung spreche ich die Musik ab, überlege mir einen Veranstaltungsaufbau, lese die entsprechenden Texte und schaue, wie lange ich dafür brauche. Der Abend läuft gut für mich, wenn ich merke, dass die Zuhörer etwas an den Texten finden können, man vielleicht noch das eine oder andere persönliche Wort hört“, hofft Christian Wöllecke gemeinsam mit dem Lese-Zeichen als Gastgeber auf möglichst viele Zuhörer.

Wie kein zweiter Stadtschreiber bisher ist der 29-Jährige der Burgstadt verbunden, nahm hier bereits fünf Mal an der Sommerwerkstatt „Art & Wiese" teil, darunter als Zeichner. Der kreative Künstler zeigte seine verschiedenen Facetten nicht nur in seinem Stadtschreiber-Blog, sondern auch bei den obligatorischen Stadtschreiber-Gesprächen. Zum ersten Mal in diesem Amt führte ein Raniser Stadtschreiber ein solches Tagebuch im Internet, das unter http://stadtschreiberblog.stadt-ranis.de/ nachzulesen ist.

Der Wahlberliner, dem als langjährigem Thüringer Land und Leute gut bekannt sind, erkundete die Gegend nicht nur per Fuß und mit dem Auto, sondern auch mit einem im Raniser Fahrradgeschäft geliehenen Rad. Der Raniser Bernd Weiße begleitete den Gast aus der Hauptstadt auf einer Tagesfahrt entlang der Saale. „Damit ich nicht nur bergab fahren muss, wie gewöhnlich nach Pößneck“, nahm es der Stadtschreiber sportlich.

Als 14. Amtsinhaber brachte er sich vielseitig in das Leben der Kleinstadt ein, kennt inzwischen das Vereinsleben und die Rituale in der Gastwirtschaft. Anonymität wie in seiner Wahlheimat Berlin begegnete der Literaturstudent und studierte Betriebswirt in Ranis nicht.

Ohnehin ist Christian Wöllecke für seinen Schreibstil mit einer gesunden Portion Humor bekannt:„In seiner Bewerbung hat er sich vor allem durch seine witzige und pointierte Erzählweise hervorgetan. Sein Erzählen hat viel Leichtigkeit, nichts Bemühtes, was aber nicht ein genaues Hinsehen und Beobachten, der ihn umgebenden Gesellschaft verhindert. Die Jury sieht in Christian Wöllecke ein hoffnungsvolles nachwachsendes Talent“, sagte Jurymitglied Dr. Martin Straub.