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23.07.2005

Stadtschreiber kehrt zurück

von Frank Quilitzsch TLZ

Ranis. (tlz) Die Thüringer Literaturburg Ranis bleibt ihrem Ruf treu: Nach einjähriger Pause wird es zu ihren Füßen wieder einen Stadtschreiber geben. "Wir haben mit der Kreissparkasse Saale-Orla einen neuen Sponsor gewonnen, der bereit ist, das Stipendium in Höhe von 1500 Euro aufzubringen", teilte Lese-Zeichen-Geschäftsführer Martin Straub mit. "Damit kann die Stelle für 2006/07 wieder ausgeschrieben werden."

Nun stehen die Stadt Ranis mit ihrem literaturverrückten Bürgermeister und die GGP Media Pößneck gemeinsam mit dem Lese-Zeichen-Verein in der Verantwortung, die Ausstrahlung des Stadtschreibers in die Region, insbesondere seine Kontakte zu Schulen, zu gewährleisten. "Es wäre schön, wenn wir eine so engagierte Persönlichkeit finden könnten wie die Autorin Anja Tuckermann, die 2001 hier Stadtschreiberin war", meinte Straub.

Die Auschreibung werde im Herbst erfolgen, so der Literaturmanager weiter, und die Jury-Entscheidung unter der Schirmherrschaft des Lese-Zeichen e. V. zu den nächsten Thüringer Literatur- und Autorentagen auf der Burg verkündet. Ranis gewährt seinem Stadtschreiber 100 Tage freie Unterkunft mit Frühstück. Die GGP Media übernimmt kostenlos den Druck des im Zeitraum von einem Jahr entstehenden Manuskripts. "Der Stadtschreiber soll nicht lediglich Chronist sein, sondern engen Kontakt zu den Einwohnern der Stadt und in der Region unterhalten, um die Sorgen und Probleme der Leute kennen zu lernen", wünscht sich Martin Straub. Das sei auch eine wichtige Erwartung, die der Hauptsponsor, die Kreissparkasse, hege.

Vorposten halten

Der Lese-Zeichen e. V., der bislang das Honorar für die seit 1998 jährlich neu besetzte Stadtschreiberstelle aus Sponsorenmitteln finanzierte, muss seine Mittel neu verteilen, um die Vielfalt zu wahren. Die Zahl der von ihm ausgerichteten bzw. mitgetragenen Veranstaltungen im Freistaat ist von 70 auf 220 pro Jahr gestiegen, während im gleichen Zeitraum die öffentliche Förderung zurückgefahren wurde.

"Wir werden den Ostthüringer Literaturvorposten halten", versicherte Straub. Der Raniser Bürgermeister Andreas Gliesing als auch Hans Westerheide als Vorsitzender des Lese-Zeichen-Vereins und Verbindungsmann zum Graphischen Großbetrieb Pößneck hätten bereits ihre Bereitschaft bekundet, mitzuziehen.