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20.01.2014

Stabwechsel auf Burg Ranis und für Literatur- und Autorentage

von Sandra Hoffmann Ostthüringer Zeitung

Anke Scheller verlässt nach sechseinhalb Jahren als Projektmanagerin Burg Ranis. Ihr Nachfolger ist Ralf Schönfelder.

Die Literatur- und Autorentage haben den Namen der Burg Ranis in Thüringen und ganz Deutschland bekannt gemacht. Das ist auch ein Verdienst der Projektleiterin Anke Scheller, die jetzt beruflich neue Wege geht. Ihr Nachfolger ist Ralf Schönfelder. 

Ranis. Die Stelle des Projektmanagers des Lese-Zeichen e. V. auf Burg Ranis hat seit Beginn dieses Jahres der 31-jährige Ralf Schönfelder inne. Er hat die leitende Position von Anke"Scheller übernommen, die sich mit dem Jahreswechsel beruflich verändert hat.

"Es ist eine fantastische Stelle und es ist ein toller Verein mit toller Arbeit", freut sich Ralf Schönfelder auf seine neuen Aufgaben, bei denen er vom Verein Lese-Zeichen aus Jena fachlich betreut und begleitet wird. Der Verein war es auch, der ihn bezüglich der Stelle des Projektmanagers angesprochen hatte. Empfohlen hatte sich Ralf Schönfelder durch sein Engagement im Verein, auf den er nach seinem Umzug nach Jena vor einem Jahr aufmerksam geworden war.

Gebürtig stammt Ralf Schönfelder aus Gera. Nach seinem Studium der Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig arbeitete er an verschiedenen Theatern, unter anderem am Neuen Theater in Halle und am Mittelsächsischen Theater Freiberg. Wenig später wechselte er in die Verlagsbranche und war vier Jahre als Lektor beim Merlin Verlag mit Sitz in Gifkendorf bei Lüneburg tätig.

"Ich möchte den bisherigen Weg und die Qualität der Arbeit des Projektmanagers fortführen", hat sich Ralf Schönfelder als erstes Ziel gesetzt. Eigene Impulse schließt er für seine spätere Arbeit aber nicht aus. Als besonders spannende Aufgabe sieht der 31-Jährige, der mit seiner Partnerin in Jena lebt, das Programm der Literatur- und Autorentage auf Burg Ranis zu gestalten sowie Veranstaltungen für den benachbarten Kulturort Krölpa zu organisieren. Beide Orte sind seit drei Wochen durch den Beitritt der Gemeinde Krölpa zur Verwaltungsgemeinschaft Ranis-Ziegenrück auch kommunalrechtlich und verwaltungstechnisch verbunden.

Autorentage-Programm verantworten beide

Bei den diesjährigen Literatur- und Autorentagen wird Ralf"Schönfelder von seiner Vorgängerin Anke Scheller unterstützt. Beide verantworten das Programm zusammen.

Der Kultur in Thüringen bleibt Anke Scheller auch nach ihrem Weggang aus Ranis erhalten. "Ich bin zum 1. Januar zum Kunstfest nach Weimar gewechselt und dort für Kommunikation und Marketing verantwortlich", berichtet sie. Außerdem möchte sie Mitglied im Lese-Zeichen"e. V. werden und hier ehrenamtlich Veranstaltungen mit erarbeiten und gestalten. Vor allem für den Poetry Slam, wie literarische Vortragswettbewerbe von selbst geschriebenen Texten vor Publikum genannt werden, schlägt ihr Herz. Rund 60 Mitglieder aus ganz Thüringen zählt der Lese-Zeichen e. V. derzeit.

Die heute 35-jährige Anke Scheller hatte im August 2007 die damals neu geschaffene Stelle des Projektmanagers angetreten. Ziel war es, die Burg in Ranis mit Veranstaltungen zu beleben und ihre Bekanntheit über die Region hinaus zu steigern.

"Wir haben jetzt erreicht, dass die Literaturtage ein deutschlandweit beachtetes Ereignis sind", zieht Andreas Berner, Vorstandsvorsitzender des Lese-Zeichen e. V., Bilanz. Von der Burg Ranis als Hauptspielort aus, sollten sich die Veranstaltungen in die Fläche ausbreiten, was gelungen sei. "Die Literatur- und Autorentage finden zu 90 Prozent im ländlichen Raum statt. Das macht auch die Einzigartigkeit der Literaturtage aus", unterstreicht Anke Scheller. Sowohl die Künstler als auch das Publikum erzählen von den Literaturtagen und tragen deren guten Ruf weiter. "Für hochkarätige Künstler muss man nicht mehr viel Überzeugungsarbeit leisten", weiß Anke Scheller. Und der Poetry Slam in Ranis sei inzwischen berühmt-berüchtigt, ergänzt sie.

Etwa 40 Veranstaltungen in ganz Thüringen bieten die Literatur- und Autorentage jedes Jahr und so soll es bleiben. Das Abschlusswochenende findet stets auf Burg Ranis statt. Gelungen sei außerdem, Anke"Scheller über die geförderte Stelle des Projektmanagers in eine Beschäftigung auf dem Ersten Arbeitsmarkt zu bringen, weist Andreas Berner hin. "Ihre sehr gute Arbeit hat sich herumgesprochen", sagt er anerkennend. Nachgewiesen werden konnte zudem die Notwendigkeit einer Projektmanager-Stelle. Finanziert wird sie zum einen über das Projektmanagerprogramm des Landes Thüringen für die Kultur und zum anderen durch die Gemeinde Krölpa. Sie habe, allen voran Bürgermeister Lothar Detko und Kämmerer Alexander Heim, damals den Mut aufgebracht, eine solche Stelle zu finanzieren, erinnert Andreas Berner. "Es war ein entscheidender Schritt, dass die Gemeinde die Kultur ausgelagert hat. Damit hat sie viel an Professionalität und Qualität in diesem Bereich gewonnen", schätzt Andreas Berner