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13.06.2017

Spurlos verschwundene Dörfer

von OTZ Ostthüringer Zeitung

Ranis. Gessen, Schmirchau, Lichtenberg, Culmitzsch, Katzendorf, Sorge – das sind die Namen von Dörfern in Ostthüringen, die nach dem Zweiten Weltkrieg dem Uranbergbau in der DDR weichen mussten. Als die Bagger anrückten und die Dörfer zerstörten, war ein öffentlicher Protest der Bewohner unmöglich. Wer sich wehrte, hatte mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen.

Die Geraer Autorin und Kulturjournalistin Annerose Kirchner ist diesen Dörfern nachgegangen, hat Zeitzeugen gefunden und sie befragt. Sie hat eine umfassende literarische Reportage geschrieben, die unter dem Titel "Spurlos verschwunden. Dörfer in Thüringen – Opfer des Uranabbaus" 2010 im Ch. Links Verlag Berlin erschien ist. Jetzt ist die zweite aktualisierte Auflage herausgekommen.

Eintrittsfreie Geschichtsstunde

Eingeordnet sind die Ereignisse in die DDR-Geschichte mit ihren weitreichenden Auswirkungen bis in die Gegenwart – verbunden mit allen auf der Hand liegenden Fragen, zum Beispiel: Was ist aus den Menschen geworden, die damals zwangsumgesiedelt wurden? Wie sieht die Landschaft über zwei Jahrzehnte nach dem Ende es Uranbergbaus aus?

Aus ihrem Buch liest Annerose Kirchner am 21. Juni um 18.30 Uhr in den Räumlich­keiten der Firma Zein in Ranis. Der Eintritt ist frei.