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15.09.2005

Springquell der Verehrung

von Bodo Baake Thüringer Allgemeine

Eigentlich wollten sie sich im Vorfeld nur über ihren Ge-sprächsgegenstand "Schiller" verständigen. Es wurde ein Briefwechsel daraus.

Als Wortwechsel trugen ihn die Schriftstellerin Gisela Kraft und der Literaturwissenschaftler André Schinkel vor, die Lesekonzerte in der Weimarer Liszt-Villa Altenburg eröffnend. Wie es in der Intension dieser vierteiligen, dem Schiller-Jahr gewidmeten Folge liegt, assistierten ihnen der Jenaer Philologe Martin Stiebert mit Texten des Dichters sowie Studenten und Lehrende der Musikhochschule mit dem stimmigen Versuch klanglicher Entsprechungen. Sie werden die Lesungen begleiten.

"Springquell" ist, dem "Distichon" von Schiller folgend, der Titel dieser Reihe, in der heutige Autoren ihre Nähe oder Ferne zu ihm im Auf und Ab des eigenen Dichterlebens reflektieren. Die nächsten, in literarische Fassungen geronnenen Reflexe werden am 15. Oktober von Volker Braun kommen, der neue Lyrik und Prosa vorstellt. Am 19. November liest der Publizist Friedrich Dieckmann aus seinem Schiller-Buch "Diesen Kuss der ganzen Welt". Und am 10. Dezember heißt es "Es glänzen viele in der Welt . . .", wenn der Weimarer Schauspieler Bernd Lange einen von Anna Bellmann und Ingo Wernsdorf musikalisch begleiteten Balladenabend bietet.

Das ambitionierte Unternehmen wurde, wenn man so will, von einem ganzen Konzeptkonsortium aus der Taufe gehoben. Neben dem Thüringer Lese-Zeichen und der Musikhochschule wirkten auch das Kulturamt und die Klassikstiftung sowie der Heimatbund Thüringen unterm Sponsoring der Sparkassenstiftung daran mit.

So entstand ein "Springquell" heiteren Ernstes, der auch ironische Verehrungssprudel bietet.