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02.07.2013

Spannender Typ mit dem Gespür fürs Wort beim Poetry-Slam-Workshop in Greiz

von Katja Grieser Ostthüringer Zeitung

Dalibor in Aktion.Foto: Archiv/Jördis Bachmann

  Greiz. Kreatives Schreiben und selbstsicheres Vortragen der eigenen Texte - das will Dalibor den Schülern beim Poetry-Slam-Workshop am Donnerstag und Freitag im Greizer Ulf-Merbold-Gymnasium beibringen.

Ein "ganz spannender Typ" ist dieser Dalibor, findet Bibliotheksleiterin Corina Gutmann. Die Bücherei organisiert den Workshop gemeinsam mit Lese-Zeichen e. V., der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, dem Bildungsministerium sowie dem Friedrich-Bödecker-Kreis.

Der "spannende Typ", der schon als Kind Beatboxer war, hat vor zehn Jahren mit einem Beat-Text-Projekt begonnen. Dafür verfasste er Texte, die er dann einsprach bzw. einsang. Vor sieben Jahren veröffentlichte der 1975 Geborene einen ersten kurzen Text - seitdem hat er Auftritte auf Poetry-Slam-Bühnen deutschlandweit.

In Greiz wird er an beiden Tagen mit Schülern aus dem Landkreis an der Schönheit der Worte und der Vortragsweise feilen. "Ich habe sämtliche Schulen im Landkreis angeschrieben", sagt Corina Gutmann, die es schade findet, dass es bislang lediglich Zusagen vom Greizer Gymnasium, von der Lessing-Regelschule sowie von einem Weidaer Schüler gegeben hat. Sie wünscht sich, dass bei den Schulen außerhalb der Kreisstadt das Interesse größer wäre. Am Ende des Workshops in dieser Woche wird bei der Schulmeisterschaft der Beste ermittelt, der an den Mitteldeutschen Schulmeisterschaften im Poetry Slam im Herbst teilnehmen kann. Der Termin dafür steht noch nicht fest.

Dalibor wird im August wieder in die Region kommen. Den Workshop, mit dem er jetzt Schülern ein Gespür fürs Wort vermitteln will, führt er dann im Gefängnis Hohenleuben mit Insassen durch - ein Projekt, das die Bibliothek im Vorjahr mit Felix Römer gestartet hatte.

Der Auftritt im Knast könnte für Sascha Weidhaas der letzte sein, den er als Mitarbeiter der Bibliothek erlebt. Sein freiwilliges kulturelles Jahr endet nämlich. Gutmann würde gern ab 1."September einen neuen Kulturfreiwilligen begrüßen. Bewerbungen hat sie bereits, etwa aus Hessen, Bayern oder dem Nordwesten Thüringens. Problem dabei: "Die Erfahrung hat gezeigt, dass diejenigen, die von weiter herkommen, sich in Greiz eine Wohnung nehmen müssen, häufig vorzeitig abbrechen. Und das wollen wir nicht", so die Büchereichefin, die hofft, dass sich weitere Bewerber aus der näheren Umgebung bei ihr melden werden.