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27.08.2012

Sommerwerkstatt auf der Burg Ranis

von Mario Keim Ostthüringer Zeitung

Sommerwerkstatt auf Burg Ranis 2012. Diana Lemmrich aus Langenorla betrachtet die Malarbeiten ihrer Tochter Teresa (links), die erstmals an der Sommerwerkstatt in Ranis teilgenommen hat. Foto: Mario Keim

Junge Kunst auf erstaunlichem Niveau: Teilnehmer der Sommerwerkstatt auf der Burg Ranis genießen ein entspanntes Arbeiten. Am Sonnabend ist sie mit einem Lesekonzert zu Ende gegangen.

Ranis. Für Teresa Lemmrich steht fest: Im nächsten Jahr will sie wieder an der Sommerwerkstatt "Sehen, Malen, Schreiben" in Ranis teilnehmen. "Es hat unserer Tochter sehr gut gefallen. Erstaunlich, was die jungen Leute hier alles auf die Beine gestellt haben", sagte Diana Lemmrich aus Langenorla. Die Mutter der elfjährigen Gymnasiastin war Besucherin des Lesekonzertes der Sommerwerkstatt, wo die Teilnehmer am Sonnabend ihre Arbeiten präsentierten.

Nach fünf Tagen endete gestern das Treffen. Während die jungen Autoren im Mittelpunkt einer knapp zweistündigen Darbietung standen, konnten die Gäste am Sonnabend auch die zahlreichen Bilder, Grafiken und Fotoarbeiten betrachten. Der Abend begann mit einem Schattentheater unter dem Titel "Konsumland oder der harte Weg der Erkenntnis". Im Mittelpunkt des ironischen Stückes in mehreren Szenen stand die Stadt Ranis. Die Besucher bekamen kreatives Können auf einem beachtlichen Niveau abwechslungsreich und unterhaltsam dargeboten. Die "tolle Arbeitsatmosphäre" auf der Burg lobte der Jenaer Moritz Gause, der zum wiederholten Mal in Ranis war. "Es gibt hier die nötige Ruhe zum Arbeiten und keinen Zeitdruck. Außerdem ist das Team vom Lese-Zeichen ganz toll", sagte der 25-jährige Autor und Organisator des Festivals "Wortwechsel Literaturwohnzimmer" in seiner Heimatstadt.

Für den gastgebenden Verein sei das jüngste Experiment, auch jüngere Kinder als Teilnehmer zu integrieren, schon beim ersten Versuch aufgegangen. Sieben Teilnehmer waren im Alter von elf bis 14 Jahren. "Die Anregung ist von den Eltern selbst gekommen", sagte Andreas Berner, Vorsitzender des Lese-Zeichen e.V. Mitveranstalter waren außerdem die Stiftung Thüringer Gärten und Schlösser und das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Wie auf einem Klassentreffen" fühlt sich mittlerweile der Berliner Literaturstudent Christian Wöllecke. Er schätzt "die familiäre Atmosphäre" in Ranis, zu der nach seinen Worten auch langjährig erfahrene Kursleiter in den Bereichen Zeichnen, Fotografie und Schreiben wie Bettina Schünemann, Daniela Danz, Helge Pfannenschmidt, Dr. Martin Straub und Andreas Berner beitragen. Lyrikerin und Kursleiterin Daniela Danz aus Kranichfeld genießt selbst "das entspannte Arbeiten mit der Eigenheit dieser schönen Burg".

Berner fand es sei durchaus "anstrengend, wenn die Kinder und Jugendlichen sieben Stunden hintereinander arbeiten. Das ist fast so lang wie ein Arbeitstag. Hut ab vor diesen Leistungen."